Schlagwort: NPD-Aktivisten

Feindbild Bürger…nicht nur in Dresden bekämpfen Politik, Kirchen und Medien »Pegida«-Montagsdemonstrationen

Frage: warum schützen Juden die aggressiven Islam-Ausüber?

Genau 25 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR finden wieder Montagsdemonstrationen in Dresden statt, und erneut treibt die Arroganz der Herrschenden die Menschen auf die Straße. Mittlerweile gärt es nämlich in allen Stadtteilen, weil bekannt wurde, dass die Zahl der Asylbewerber, die in der sächsischen Landeshauptstadt unterzubringen sind, von 2000 auf 4000 steigen wird – was den Bau von zwölf neuen Sammelunterkünften nötig macht. Kostenpunkt: mindestens 16 Millionen Euro! Darüber hinaus sollen die „Flüchtlinge“ vorrangig aus den Konfliktregionen des Nahen Ostens kommen. Deshalb richtete sich der nunmehr fünfte „Große Abendspaziergang“ seit dem 20. Oktober auch wieder gegen „Glaubenskriege auf deutschem Boden“ sowie „die fanatische, radikalreligiöse Unterwanderung unseres Landes“ durch Islamisten.

Veranstalter der Demonstration war abermals die Bürgerinitiative „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ („Pegida“), hinter der bisher apolitische Dresdner wie Lutz Bachmann, Tom Balazs und Kathrin Oertel stehen, die nach einer ersten turbulenten Kurdendemonstration auf der Prager Straße beschlossen hatten zu handeln. Das hinderte die Medien allerdings nicht daran, von einem Zusammenschluss von NPD und „rechtem Flügel der AfD“ zu phantasieren.

Dazu wurde genüsslich die grüne Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen zitiert, die dem „gemischten Haufen aus scheinbaren Biedermännern, Hooligans und NPD-Aktivisten“ attestierte, „Brandstifter eines friedlichen Miteinanders aller Dresdner“ zu sein.

Und wie es sich für unsere „Zivilgesellschaft“ gehört, sprangen sofort allerlei Gutmenschen über dieses Stöckchen: Nach der Demonstration der Vorwoche unterzeichneten der Ausländerrat der Stadt und der Sächsische Flüchtlingsrat im Verein mit den beiden evangelischen Superintendenten Christian Behr und Albrecht Nollau sowie zwei führenden Gewerkschaftsvertretern ein Positionspapier gegen die „Pegida“.

Des Weiteren übte auch die sächsische Linkspartei Kritik, wobei deren Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz Jähnigen aber insofern widersprach, als sie unter den Demonstranten „eine ganze Menge ganz scheinbar normaler Leute“ verortete.

Und dann ist da noch Christian Avenarius, der Vorsitzende des Dresdner SPD-Stadtverbandes, der freilich nur 820 Mitglieder umfasst. Der ambitionierte Oberstaatsanwalt will unbedingt alle gesellschaftlichen Kräfte gegen die „Pegida“ bündeln, weil diese dem Ruf von „Elbflorenz“ schade und dabei die Symbole der friedlichen Revolution missbrauche.

Dahingegen meinte der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, Lothar Klein: „Wenn sich redliche Dresdnerinnen und Dresdner als verkappte NPD-Aktivisten und geistige Brandstifter beschimpfen lassen müssen, weil sie ihre Sorgen und ihre Meinung frei äußern, ist das ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten.“

Aber wie dem auch sei: Die „Pegida“-Demonstration, zu der am 17. November schon 3500 Personen gekommen waren, also 1500 mehr als in der Vorwoche, bewegte sich genauso friedlich wie immer vorwärts. Es galt ein striktes Alkoholverbot und niemand skandierte Parolen. Ruhig liefen die Protestierenden in Richtung Postplatz – aufmerksam nach möglichen Provokateuren im Zuge Ausschau haltend, die ihr Anliegen in Misskredit bringen könnten.

Im auffälligen Kontrast zu dieser Besonnenheit stand das hass-erfüllte Gebrüll derer, die den „Pegida“-Anhängern entgegentreten wollten. Einem Aufruf der Initiative „Dresden Nazifrei“ folgend, versuchten rund 650 teils vermummte Linksextremisten, die „rechte“ Demonstration zu attackieren, wurden aber von einem massiven Polizeiaufgebot daran gehindert.

Damit verkehren sich nun die Verhältnisse von 1989 ins Gegenteil: Heute schützt die Polizei die Montagsdemonstranten, während die Dresdner Kirchenoberen auf Distanz gehen.

Das gleiche gilt übrigens für die jüdische Gemeinde der Stadt, denn auch diese trat jetzt der Front der „Pegida“-Gegner bei.

Dabei wurde der bisher einzige Anschlag auf die Dresdner Synagoge von einem muslimischen Algerier verübt – und es war Avenarius, der als Sprecher der Staatsanwaltschaft den Medien verkündete, dass man in diesem Fall „keinen Haftgrund“ sehe.

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 Wolfgang Kaufmann Preußische Allgemeine Zeitung Ausgabe 47/14 vom 22.11.2014