Schlagwort: Brauchtum

germanisches und christliches Brauchtum und Traditionen rund um die Weihnachtszeit

brWeihnachten ist uns allen das tiefste Erlebnis im Reigen des Jahreslaufes. Wir wissen: Ein schönes Weiti-nachtsfest ist das schönste Geschenk, das wir uns und unserer Familie machen können!

Unser ureigenes Gotterleben spricht aus dem Brauchtum und den zahlreichen Sinnbildern der heiligen Weihenächte. Das ewig neue und doch uralte Gleichnis vom „Stirb und Werde“ findet in dieser Zeit sein Zeugnis. Instinktiv spüren wir unseren unerschütterlichen Glauben an die gesetzesmäßige Ordnung aller Naturvorgänge. Heilige Nacht, Weihe-Nacht, Mutternacht nannten unsere Ahnen die Wintersonnenwende. Aus dem Schöße der Allmutter Erde steigt wiedergeboren ihr lichtes Kind, die sieghafte Sonne und erweckt das schlafende Land zu neuem Lichte und neuem Leben. Wir wissen heute, daß unsere Ahnen in ihren Märchen und Sagen die großen Geschehnisse des Jahreslaufes einwebten (s.v.a. Dornröschen) und finden dies auch in allen Bereichen während der Weihnachtszeit. Es gibt manch alten schönen Volksbrauch, der das Weihnachtsfest und die Zusammenkünfte mit Freunden und Familie in dieser Zeit verschönert und zu einem inneren Erlebnis werden läßt.

Der Eisling brataepfel- Schnee_Schneefall_

Die richtige Weihnachtszeit beginnt eigentlich erst mit dem ersten Schnee, dem sogenannten „Eisling“. In vielen Familien wird dieser Tag dadurch gefeiert, indem an diesem Tag die ersten Bratäpfel auf den Tisch kommen. Es wird der erste Schneemann gebaut und der erste Wintersport betrieben. Da sich die Natur aber leider nicht nach unseren Wünschen richtet, besteht die Notwendigkeit einer Festlegung des Beginns der Weihnachtszeit.
Eröffnet wird diese traditionell am 4. Sonntag vor der Wintersonnenwende.

Der Kranz adventskranz_rot

ln den deutschen Familien wird ein selbstgebundener Kranz aus Nadelgrün und Buchsbaum auf den Tisch platziert oder in einer Ecke der Stube an roten Bändern aufgehängt. Die Zahl der Kerzen steht in Beziehung zum Jahreslauf, meistens sind es vier Stück für Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Da der nordische Mensch nicht auf die Ankunft Christi wartet, sondern auf die Wiedergeburt des Lichtes zur Wintersonnenwende, werden an unserem Kranze bereits alle vier Kerzen angezündet. An den kommenden vier Sonntagen wird dann jeweils eine Kerze weniger angezündet. Am letzten Sonntage leuchtet auf dem Lichterkranz also nur noch der vierte Teil der Kerzenmenge. Am Weihnachtsabend aber, wenn der Tannenbaum in vollem Glanz erstrahlt, werden auch die Kerzen auf dem Lichterkranz als Zeichen der Wiederkunft des Sonnenlichtes alle wieder angezündet.

Der JulbogenJulbogen_

Im Norden Deutschlands wird anstelle des Lichterkranzes ein sogenannter Jahres-, Weihnachts- oder Julbogen verwendet. Es handelt sich hierbei um eine hufeisenförmig gebo-
gene Hafergerte, die mit winterlichem Grün umwunden ist und auf einer Platte befestigt wird. An einem Stab in der Mitte steht das Sinnzeichen des Lebensbaumes, das gewöhnlich selbst gebacken wird. Rechts und links des Lebensbaumes stehen Mann und Frau. Diese drei Sinnbilder zusammen sind die Darstellung der nordischen Schöpfungssaga, nach der die Herkunft des Menschen aus einem Baum erfolgte. An den Ästen des Lebensbaumes und an den durch den Bogen durchgehenden Querstäben hängen Äpfel, Nüsse und verschiedene Gebildbrote mit Sinnbildern aus dem Kreislauf des Lebens. Ein schöner Brauch ist es, wenn diese Gebildbrote am 6. Dezember von Ruprecht als Geschenk gebracht werden.

Auf den Enden der zwei Querstreben stehen insgesamt vier Kerzen. Dieses Sinnzeichen hat uns viel zu sagen: Die gebogene Haselrute stellt den kleinsten Jahresbogen der Sonne dar. Die vier auf ihm brennenden Kerzen machen ihn zum Abbild der winterlichen Sonne selbst. Der Lebensbaum, die Äpfel und alle anderen Sinnzeichen, die am Julbogen angebracht sind, sprechen vom ewigen Werden und Vergehen. Dieser Bogen ist besonders festlich und schön und somit ein besonderer Schmuck der Stube in der Vorweihnachtszeit.

br2Der Julleuchter

Neben Lichterkranz und Julbogen ist auch der traditionelle Julleuchter ein wichtiges Stück in der Weihnachtszeit. Am gleichen Tage, an dem der Kranz entzündet wird, holen die Eltern diesen Turmleuchter von dem Platz, an dem dieser besondere Leuchter das ganze Jahr über steht und entzünden das Licht unten im Leuchter. Dieser Leuchter brennt dann jeden Abend bei der Zusammenkunft der Familie, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen oder auch, um die traditionellen Spekulatius bzw. Lebkuchen zu backen. Am Tage der Wintersonnenwende, in der längsten Nacht des Jahres, wird dann um Mitternacht die Kerze, die bisher unten im inneren des Leuchters brannte, oben auf den Leuchter gesteckt. Hier finden wir wieder das ewige Sinnbild: Den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Ab diesem Tag werden die Tage wieder länger, die Natur erwacht und die Sonne scheint irgendwann auch wieder in die entlegendsten Winkel der Täler. Die Kerze für den Leuchter sollte mit Bedacht gewählt werden. Traditionell wird für den Julleuchter eine gelbe Bienenwachskerze verwendet. Es eignen sich aber natürlich auch Kerzen in den Farben der anderen vorweihnachtlichen Dekoration. So kann man auch grüne oder rote Kerzen verwenden.

Klausenbaum Klausenbaumund Knecht Ruprecht

Ein schöner Brauch, der auch heute noch in den Familien lebendig ist, ist das gemeinsame Basteln des Klausenbaumes. Dieses alte Sinnbild formt in strenger Stilisierung den Gedanken des Baumes nach. Eine dreiseitige Pyramide wird aus Äpfeln, Stäben und Grün gebaut. Die Ecken und die Spitze stecken jeweils in einem Apfel. Auf den Verbindungs-
stäben zwischen den Äpfeln werden Kerzen eingebracht. Eine kleinere Variante des Klausenbaumes ist der sogenannte Putzapfel. Dieser stellt einen hervorragenden Tischschmuck dar. Das Kernstück bildet hier ein großer, schöner Apfel. Auf diesen wird dann eine Kerze gesteckt. Weitere Verzierungen werden dann durch Immergrün-Zweige oder auch Ähren vorgenommen.

Am 6. Dezember kommt dann in die Familien, insbesondere zu den Kindern, ein mysteriöser Fremder. Zahlreiche Namen wurden ihm in den verschiedenen deutschen Landstrichen gegeben: Ruprecht, Weihnachtsmann oder Schimmelreiter. Doch die Bedeutung ist bei allen gleich. Ein lieber Gast und vertrauter Freund kommt in die Familien. Als Vorbote des Weihnachtsfestes schenkt er den Kindern Nüsse und Äpfel – uralte Sinnbilder keimenden Lebens und der Fruchtbarkeit, gleichwohl wie die Kinder selber. Um die Kinder aufgeschlossen und stark für das Leben zu machen, gibt Ruprecht ihnen einen leichten Schlag mit der symbolischen Lebensrute. Wichtig ist hier, daß die Kinder diesen Sinn kennen! Dann geht Ruprecht wieder in das Geheimnis, aus dem er gekommen ist, zurück. Seine Rute aber läßt er da. Nicht etwa als furchterregendes Andenken.
Vielmehr sollen die Äste, aus denen die Rute besteht, aus speziellem Holz sein. Es werden Zweige vom Haselstrauch, Kirschbaum oder der Weide verwendet. Stellt man diese dann im Wohnraum ins Wasser, so beginnen die Zweige in dieser dunklen, kalten und lebensfeindlichen Jahreszeit sich zu entwickeln und mit etwas Glück erblühen diese zum Weihnachtsfest. Für die Kinder wird dies ein ganz besonderes Erlebnis und schon im nächsten Jahr werden sie den Freund Ruprecht, der dieses Wunder vollbracht hat, freudig erwarten.

Die Wintersonnenwende am 21. ist jedem bekannt. Dieses Ereignis wird auch heute fast ausschließlich in größerer Gemeinschaft gefeiert und findet somit nur in diesen kurzen Zeilen Erwähnung.

Der Weihnachtsbaumbr3

Für das Familienfest am 24. ist der Weihnachtsbaum der zentrale Punkt. Dieser Baum zieht alle Familienmitglieder in seinen Bann. Nach dem Festmahl versammelt sich die Familie rund um den grünen Baum, um sich gegenseitig zu beschenken. Im 16. Jahrhundert das erste Mal urkundlich nachgewiesen, führt der Weihnachtsbaum ebenfalls Vorstellungen und Bräuche fort, die in vorchristlicher Zeit entstanden sind. Bei den Germanen spielte der Baum bei allen Festen eine wichtige Rolle als Zeichen der Naturkraft, die mit dem zunehmenden Sonnenlicht aufbricht (s.a. Maibaum, Pfingstbüschen, Erntebaum). Auch in den Familien hat der Baum eine heilige Stellung. So wird beispielsweise bei der Geburt eines Kindes ein Baum gepflanzt. Auch heilige Haine und die Weltenesche künden vom Stellenwert des Baumes bei unseren Ahnen.

Der Lichterbaum der deutschen Weihnacht verkörpert den ewiggrünen Baum des Lebens! Er trägt reichen Schmuck und erstrahlt die ganze Stube. Der Hauptschmuck besteht aus den Kerzen, die Lichter des Lebens und das Gegenbild des Sonnenlichtes. Eine schöne Sitte ist es, eine blaue Kerze an dem Baum im Gedenken an alle Deutschen, die außerhalb des Vaterlandes verweilen müssen zu entzünden. Eine rote 0i Kerze wird entzündet im Gedenken an unsere Ahnen.
Als Sinnbilder des Lebens und der Fruchtbarkeit werden auch Äpfel und Nüsse an den Baum gehängt. Auch das Gebildegebäck, welches die Mutter zusammen mit den Kindern in der Vorweihnachtszeit gebacken hat, kann den Baum zieren. Schöne Formen sind hier auch z.B. die Tiere, die in besonderer Bedeutung zum Lebensbaum stehen, wie z.B. Eichhörnchen, Hirsch, Ziege, Pferd, Storch, Fisch, Hase und Reh (hier sei jedem die Lektüre der Edda oder einer entsprechenden Zusammenfassung ans Herz gelegt).

Laubsägearbeiten, die der Vater mit den Kindern in der Vorweihnachtszeit angefertigt hat, eignen sich auch hervorragend als Baumschmuck. Am Fuße des Lichterbaumes steht das mit Süßigkeiten beklebte Knusperhaus aus dem alten Volksmärchen von Hänsel und Gretel. Auch ein Weihnachtsgarten, den die Kinder aus Moos gebastelt haben, kann den Fuß des Baumes zieren. Zur Dekoration desselben eignen sich die Tiere des deutschen Waldes, der Urdbrunnen der Edda mit den heiligen Schwänen und auch anderes mehr.

Die Rauhnächtebr4

Mit dem Familienfest am 24. Dezember verlassen wir dann die Vorweihnachtszeit und gehen über in die Spanne der „Zwölf Nächte“, auch bekannt als Weihe- oder Rauhnächte. In dieser geheimnisvollen und unheimlichen Zeit des Jahres steht die Sonne am tiefsten und die Tage sind die kürzesten des ganzen Jahres. Sie versinnbildlichen das kommenden Jahr: Jeder Tag den entsprechenden Monat. Bei genauerer Betrachtung erweisen sich die „Zwölf Nächte“ vom 24.12. bis zum 06.01. jedoch als 13 Nächte. Die Germanen kannten zwar das Sonnenjahr, berechneten aber ihre Monate nach den dreizehn jährlichen Mondumläufen. Erst der im Gefolge des Christentums eingeführte römische Kalender brachte hier eine Änderung.

In den Rauhnächten ruht nun traditionell jegliche Arbeit. In der Vorstellung unsere Ahnen stiegen in dieser Zeit die Himmlischen zur Erde hinab, hielten Umzüge im Land ab und heiligten Wiesen, Felder und Quellen. Vor allem aber gehörten diese Nächte den Seelen der Abgeschiedenen, die im Gefolge Wotans durch die Lüfte brausen. Das Christentum hat daraus die Umtriebe des wilden Jägers und der Frau Holle gemacht. Die Geister der Toten, so der alte Glaube, kannten die Zukunft. Daher wurden in dieser Zeit Fragen und Wünsche an die Geister unserer Ahnen gerichtet. Die bösen Geister versuchte man durch Lärm und Feuer zu vertreiben, damit sie kein Unheil anrichten konnten. Ein Großteil dieser Bräuche hat sich heute auf den Altjahrestag zusammengedrängt, heute besser bekannt als Sylvester. Auch an diesem Tage wurden als Abbilder des Sonnenlichtes heilige Feuer auf den Bergkuppen und Anhöhen der deutschen Landschaft entfacht.

Mit dem 6. Januar, den „Hohenneu-jahrstag“, an dem die dreizehn Nächte zu Ende gehen, endet die Weihnachtszeit. Doch auch an diesem Tage haben sich besondere Bräuche gehalten. In Oberbayern und dem Berchtesgadener Land schleichen z.B. noch heute in der Nacht vorher häßliche, vermummte Gestalten durch die Straßen der Dörfer. Am Tage aber halten dann zwölf schöne, sogenannte „Perchten“ ihren Einzug. Dieses „Perchtenlaufen“, das dem Tag den Namen gab, stellt die Ablösung des alten Jahres durch das neue dar. Bis ins 17. Jahrhundert hinein war es noch Brauch, daß in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Burschen des Ortes mit ihren Hämmern gegen die Türen klopften – ein letztes Nachwirken alter Torweihe durch Donars Hammer. Diese Nacht heißt deshalb in einigen Regionen noch heute „Klöpflesnacht“.

Am 6. Januar endet nun die eigentliche Weihnachtszeit. In den Familien beginnt wieder der Alltag. Doch die Erinnerung an das Fest der Feste klingt in allen Personen nach.

Ist es doch das Fest der siegenden Sonne und des erwachenden Lebens, das Fest der Familie, Fest deutschen Volkstums, deutscher Seele und deutscher Art!

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Heimat, Brauchtum, Tradition, Geschichte: Herbstbeginn – Zeit der Erntedankfeiern

Die unzensuriert.at Sonntag-Serie Foto: unzensuriert.at
In unserer Heimat zieht der Herbst ins Land. Die Ernte ist eingebracht, ein arbeitsreiches Jahr geht für die Bauern dem Ende zu. Für gläubige Christen die Zeit, Gott für eine hoffentlich gute Ernte zu danken.
Geschichtlicher Hintergrund
Der Erntedank und die damit verbundenen Feierlichkeiten haben sowohl kirchliche als auch weltliche Wurzeln. Kirchliche Erntedankfeiern sind bereits aus dem 3. Jahrhundert belegt. In Gottesdiensten und Prozessionen wollen die Gläubigen Gott ihre Dankbarkeit für die Erträgnisse der Landwirtschaft zeigen.
Aus weltlicher Sicht ist die Tradition des Erntedankfestes auf einen Brauch des bäuerlichen Jahresablaufes aus dem 18. Jahrhundert zurückzuführen, bei dem das Gesinde den Bauern zum Abschluss der Ernte einen Kranz aus geflochtenem Getreide überreichte und daraufhin ein Festessen kredenzt bekam.
Erntedankfeste finden in unsrem Land entweder bereits Ende September oder im Lauf des Oktober statt.
Traditionelles Brauchtum
Erntedank wird traditionell in vielen Gemeinden unserer Heimat gefeiert. Eingeleitet wird das Fest mit einem Dankgottesdienst in der örtlichen Pfarrkirche und auch einem Frühschoppen im Dorfgasthaus. Gewöhnlich finden in den Gemeinden bunte, von Volksmusik begleitete, Trachtenumzüge statt.
Sichtbares Zeichen des Erntedankes ist die Erntedankkrone. Dabei handelt es sich um ein kunstvoll aus verschiedenen Getreidesorten gebundenes, vier- oder sechsbogiges Geflecht in Kronenform. Das Kreuz an der Spitze ist aus vergoldeten Nüssen, Mohnkapseln oder ähnlichen Naturprodukten gefertigt.
Im Salzburger Land werden viele Erntedankfeiern im Rahmen des „Bauernherbstes“ veranstaltet, der sich in diesem Bundesland von Ende August bis November erstreckt.  Die Gemeinde St. Michael verbindet die Erntedankfeier mit einem großen Samsonumzug und Marktfest. In Großarl wird beim Festumzug die Erntekrone durch den Ort getragen. Bei einem anschließenden Festgottesdienst werden die Erntegaben dann gesegnet.
In den Weinbaugebieten des Burgenlandes, Niederösterreichs und der Steiermark ist in manchen Gemeinden der Erntedank mit der Weinlese verbunden. So ziehen die Winzer im burgenländischen Breitenbrunn mit einer großen Traube auf einer Tragestange durch den Ort. In Oberdorf (Weinviertel), findet im Rahmen des Erntedankes eine Weinverkostung statt. Und in der Steiermark hat sich seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts die Weinbeergeiß, ein mit Trauben behangenes Holzgestell, etabliert.
Der Brausilvester
Zeitlich mit der Erntedankfeier fällt der am 30.September zelebrierte Brausilvester. Gefeiert wird der Brausilvester schon seit Jahrhunderten, denn dieser Tag kennzeichnet den Zeitpunkt, ab dem in früheren Zeiten wieder frisches Bier gebraut werden durfte. Lange Zeit herrschte in den Sommermonaten striktes Brauverbot, da es keine modernen Braumethoden und auch keine Kühlräume gab und das Bier bei den hohen Temperaturen schnell ungenießbar geworden wäre. Erst Anfang Oktober durfte daher die Bierproduktion mit dem Hopfen und dem Getreide der neuen Ernte wieder aufgenommen werden.
So wird das Bier- und Bilanzjahr von den Brauereien traditionell mit dem 30. September abgeschlossen und dies zum Anlass genommen, das vergangene Braujahr ausgiebig zu feiern.

Serie Ostpreußen: historisch/aktuell-Gebräuche: Masuren: Beim masurischen Plon wurde tüchtig geschwaukst

Uralte Erntebräuche hatten sich noch bis in unsere Zeit gerettet

Kein Fest wurde im alten Ostpreußen so fröhlich gefeiert wie das Erntefest. Und wenn eine gute Ernte eingefahren und alles sicher unter Dach und Fach war, dann kannte die Fröhlichkeit keine Grenzen.

Dann waren Schweiß, Schmerz und Sorge vergessen, die es in den harten Augustwochen in reichem Maße gegeben hatte, dann wurde mit Spruch und Lied dem Herrgott gedankt und dem Hofbesitzer die Erntekrone überreicht.

Was dann begann, war ein munteres Spiel, das vor allem zwischen den Geschlechtern ausgetragen wurde wie zum Beispiel beim masurischen Plon – ein Brauch, der aus uralten Quellen gespeist wurde, und das im wörtlichen Sinne, denn es war ein Spiel mit Wasser, das als Kraftspender die müden Lebensgeister wieder erwecken sollte.

Es wurde tüchtig „geschwaukst“ – mit reichlich Wasser, aus einem der vielen masurischen Seen geschöpft, das in hölzerne Eimer und Bottiche gefüllt für die große Wasserschlacht schon rechtzeitig bereitgestellt wurde.

Zuerst begann alles ganz feierlich, wie sich eine alte Masurin erinnerte – als Hedwig von Lölhöffel sie für einen Arbeitsbrief der Landsmannschaft Ostpreußin nach dem Plon befragte –, aber dann:

Plon Erntedankfest

„Feierlich wurde der Plon, die letzte Garbe, vor das Haus gebracht.

Wenn das Lied ,Wir schneiden den Plon‘ verklungen war, bekamen Hauer und Mädchen mit Eimern und Stüppeln Wasser über den Kopf gegossen, dass sie nur so trieften. In manchen Gegenden begossen die Mädchen die Männer, und dann wurden sie dafür in den Teich getaucht.“ Im Danziger Werder musste die langsamste Binderin unter die Vorlaube des Hauses treten und bekam ihren Wasserguss von oben herab.

Aber das wurde alles mit Lachen ertragen, denn das Erntefest wurde ja – nachdem das letzte Fuder eingefahren war – noch im warmen September gefeiert. Im trockenen Sonntagsstaat ging es dann zur fröhlichen Feier auf den Speicher – und daran erinnerte sich eine ebenfalls von Hedwig von Lölhöffel befragte Ostpreußin nur zu gerne:

„Auf dem Speicher wartete schon das eigens für das Fest gebraute Austbier, das für manchen Landarbeiter das Schönste vom ganzen Jahr war. Wen es auch große Schufterei gegeben hatte auf dem Kornschwatt und beim Einfahren – die Freude auf das Austbier ließ alles vergessen.

Aber zuvor wurde ja dem Bauernpaar die Erntekrone überreicht. Die hatten die Mädchen mit Wischern aus allen Getreidearten auf der Scheunendiele geflochten, denn die Krone war ja ziemlich groß, weil sie über große Bügel geflochten wurde. Sie hatten dann auch Schleifen und Blumen von buntem Papier daran gebunden oder Strohblumen angebracht.

Bei der Feier am frühen Nachmittag hatten sich alle Hofleute von der ältesten Großmutter bis zum kleinsten Kind vor dem Haus versammelt, die Musikanten spielten, es wurden Lieder gesungen, der Bauer bedankte sich für den Fleiß und die Mühe bei allen, die mitgeholfen hatten, die Ernte sicher unter Dach und Fach zu bringen. Und dann kam der Höhepunkt, denn eines der Mädchen überreichte nun dem Bauernpaar die Erntekrone mit dem Spruch:

,Ich bring’ der Herrschaft eine Krone von Korn. / Sie ist gewachsen in Distel und Dorn / hat ausgestanden Schnee, Hagel und Regen / Ich wünsch der Herrschaft viel Glück und Segen. / Und die von dem Korn werden essen / werden den lieben Gott nicht vergessen.‘

Dann gab es erst mal für jeden einen Schnaps und es ging – die Musikanten voran – über den Hof und geschlossen zum Speicher und die hohe Treppe hinauf, denn da oben war genug Platz zum Tanzen. Es war eine schöne Musikkapelle, so bis fünf, sechs Mann, und es war Blechmusik, denn es musste ja ordentlich dröhnen.

Vor dem Tanzen gab es aber noch Kaffee und richtig Fladen, auch Pirock mit Zucker und Kaneel drauf, die Frau hatte ordentlich gebacken. Und dann haben wir gesungen und gespielt, ja manchmal haben wir richtig Theater gespielt, und dann wurde getanzt. Ach, was haben wir getanzt! Die ganze Nacht hindurch.

Einer von den Hofleuten packte die Bauersche zum Ehrentanz. Wir haben so viel gescherbelt, dass die Füße schon nicht mehr in den Schuhen Platz hatten. Und dann ging ich an den Fluss, huckte mich auf den Steg, hing die Füße rein und kühlte sie. Das war das schönste Fest vom ganzen Jahr, das Austbier!“

Soweit die Erinnerungen dieser Ostpreußin, vor einigen Jahrzehnten aufgeschrieben. Manche Leserinnen und Leser werden die Erntefeste ihrer Kindheit und Jugendzeit vielleicht anders in Erinnerung haben, denn gerade diese Festlichkeiten wurden unterschiedlich gefeiert, da es ja sozusagen „betriebsinterne Feiern“ waren, die oft noch vor dem offiziellen Erntedanktag stattfanden, der in den geschmückten Kirchen die ganze Gemeinde vereinte.

Viele regional gebundene Bräuche gingen nach dem Ersten Weltkrieg verloren. Ich denke da an den „Bobas“, wie im nördlichen Ostpreußen die letzte Garbe genannt wurde, die in einem Winkel der Gesindestube aufgehängt wurde und deren Körner der ersten Aussaat beigegeben wurden.

Wenn wir nun den Erntedanktag feiern, dann sollte man schon einen Blick zurückwerfen und daran denken, wie schwer unsere Vorfahren ihr „täglich Brot“ verdienen mussten und wie dankbar sie waren, wenn die Ernte trocken und sicher geborgen war.

R.G. — paz 39-14

wir müssen unsere „Wurzeln“ lieben und ehren: Mittelalterspektakulum im Europapark Bayern-Böhmen

am Anfang des Filmes erklärt Seewald anhand einer Fahne die u.a. das Bild eines Baumes enthält, daß dieser Baum, typisch für die Denkweise selbst bei traditionellen Veranstaltungen, keine Wurzeln hat.

Dieser abgebildete Baum enthält weder Zukunft noch Vergangenheit.

Keine Vergangenhjeit, weil er keine Wurzeln hat…

Keine Zukunft, weil ein Baum ohne Wurzeln weder leben, noch einen Sturm überstehen kann.

Bis ins Jahr 1945 verehrten die Deutschen und ihre Vorfahren, die Germanen, die Eiche als Symbol für Kraft, Härte und Widerstand.

Diese Eiche wurde stets mit tiefen, langen Wurzeln dargestellt…um auf die Herkunft hinzuweisen und aufzuzeigen, daß der heute blühende, gesunde Baum, also die gegenwärtige Gesellschaft, ihre Existenz einzig den Wurzeln zu verdanken haben. Somit ist es auch ihre Pflicht, diese Wurzeln zu pflegen und den Baum zu schützen…..nicht nur symbolisch.

Mehr Information unter: http://www.seewald.ru/bogener-rautent…

Russia Today auf Deutsch Petition: https://www.openpetition.de/petition/…

unser Brauchtum wird wegen Immigranten Stück für Stück verboten… deutsche Politiker verhindern Schutz von deutschem Brauchtum und fördern massiv türkisches Kaffeetrinken…

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Weltweit wird kulturelles Brauchtum geschützt und auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gesetzt. Nur in Deutschland wehren sich unsere Politiker derzeit mit aller Macht dagegen.

Bei den Vereinten Nationen gibt es eine UN-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Seitdem Deutschland der Konvention 2003 beigetreten ist, könnten in Deutschland auch ideelle Kulturgüter wie Handwerkstechniken, Volkstänze, Volksmusik oder regionale Traditionen von den UN als Weltkulturerbe ausgezeichnet werden. Sie würden dann finanziell und ideell gefördert. Deutsche Steuerzahler zählen immerhin zu den größten Geldgebern dieses weltweiten Projekts.

Ihre eigene Kultur erfährt dafür im Gegenzug vor allem eines: Verachtung. Das liegt allerdings nicht an der UNESCO, sondern an deutschen Politikern. Denn in keinem anderen Land der Welt stehen Politiker der eigenen Kultur so ablehnend gegenüber wie in Deutschland.

Flamenco ist Weltkulturerbe

Während in Spanien Politiker aller Parteien erfolgreich dafür gestimmt haben, dass der Flamenco immaterielles Weltkulturerbe wird, verhindern deutsche Politiker mit allen Mitteln, dass deutsches Brauchtum UNESCO-Weltkulturerbe wird. Man kann das mit erschreckenden Zahlen belegen: Dreißig Mal haben deutsche UNESCO-Vertreter allein im Dezember 2013 mit ihrer Stimme dafür gesorgt, dass kulturelles Brauchtum in anderen Ländern Weltkulturerbe wurde. Die Deutschen stimmten im Dezember 2013 beispielsweise dafür, dass die türkische Kaffeezeremonie in den Männern vorbehaltenen türkischen Kaffeehäusern Weltkulturerbe wird. Nein, das ist kein Scherz.

 
Zur Begründung führten die Deutschen an: »Die türkische Kaffeetradition umfasst zum einen spezielle Zubereitungstechniken und ist zum anderen ein Ausdruck von Gemeinschaftlichkeit. Kaffee wird in der Türkei hauptsächlich in Kaffeehäusern getrunken, wo sich die Menschen treffen, um sich zu unterhalten (…) Die türkische Kaffeekultur spielt eine wichtige Rolle bei gesellschaftlichen Anlässen wie Verlobungen, Zeremonien und Feiertagen.« Die Deutschen stimmten zugleich dafür, dass die islamische Pilgerreise zum Mausoleum von Sidi Abd el-Qader Ben Mohammed (Sidi Cheikh) in Algerien Weltkulturerbe und damit finanziell gefördert wird.

 
Sie stimmten auch dafür, dass die Tuareg-Zeremonien zum Vertreiben von »bösen Geistern« in Algerien, Mali und Niger Weltkulturerbe wurden. Und zeitgleich setzten sich die Deutschen im Dezember 2013 auch erfolgreich dafür ein, dass die »mediterrane Esskultur« Weltkulturerbe wurde. Begründung: »Die mediterrane Ess-kultur steht in Verbindung mit einer Reihe von Fertigkeiten, Ritualen, Symbolen und Traditionen rund um Saat, Ernte, Fischerei, Tierhaltung, Konservierung, Verarbeitung, Zubereitung und insbesondere des Teilens von Essen.

Gemeinsames Essen ist eine Grundlage der kulturellen Identität und der Kontinuität von Gesellschaften im gesamten Mittelmeerraum. Die mediterrane Esskultur betont die Werte der Gastfreundschaft, des gutnachbarschaftlichen Verhaltens, interkulturellen Dialogs und Kreativität. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei Feiern und an Festtagen, indem sie Menschen jedes Alters und unterschiedlicher sozialer Schichten zusammenbringt.« Griechen, Italiener, Franzosen, Spanier und Portugiesen freuen sich nun darüber, dass die Deutschen Fördermittel für die Esskultur in ihren Ländern bereitstellen.

Ist Fasnet/Karneval etwa keine Kultur?

Die entsprechende Liste der im Dezember 2013 mit deutscher Unterstützung neu aufgenommenen immateriellen Weltkulturgüter und Bräuche ist lang, sehr lang. Umso verwunderlicher ist es, wie sehr sich die gleichen deutschen Vertreter dagegen wehren, deutsches Brauchtum auf die Liste setzen zu lassen.
Derzeit stehen 327 Projekte auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes – nur kein einziges aus Deutschland.

Dabei gäbe es doch vieles, was es mit der türkischen Kaffeekultur ganz sicher aufnehmen könnte: der deutsche Karneval oder die schwäbischalemannische Fasnet, das Reinheitsgebot für Bier, das Skatspiel, das Brauchtum der Volksgruppe der Sorben oder auch Bergmannskapellen, die Genossenschaftsidee nach dem Westerwälder Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, das Westerwälder Töpferhandwerk oder das Jahrhunderte alte Brauchtum der deutschen Schützenvereine.

570000 Schützen aus Nordrhein-Westfalen wollten im Januar 2014 endlich erreichen, dass ihr Brauchtum auch zum Weltkulturerbe wird. Doch der Schuss ging nach hinten los. Der nordrhein-westfälische Landtag lehnte mit einer Mehrheit aus SPD, Grünen und Piraten das Ansinnen ab, einen Antrag zur Aufnahme des Schützenwesens in die UNESCO-Liste zu unterstützen. In NRW sind 3000 Schützen-Bruderschaften aktiv und leisten bürgerschaftliches Engagement.

Man mag zu deren Ansinnen nach Aufnahme in die UNESCO-Liste stehen, wie man will. Aber man sollte wissen, dass unsere Politiker zeitgleich die Schirmherrschaft für die Ausstellung von ugandischem Rindentuch
auf der vom 13. bis 19. Januar 2014 in Köln stattgefundenen Messe »Living Interiors« übernommen haben. Und die deutsche UNESCO-Kommission finanzierte die Ausstellung des ugandischen Rindentuchs, weil dieses afrikanische Brauchtum schließlich zum Weltkulturerbe gehöre.

Afrikanischer Lendenschurz

Die deutsche UNESCO-Kommission teilte zu der wie selbstverständlich durchgeführten Werbeaktion für afrikanische Rindentuch-Lendenschurze mit: »Das Rindentuch wird für Lendenschurze, Röcke, Vorhänge und Wandbekleidungen verwendet; mehrere dicke Lagen ergeben eine ausgezeichnete Schlafunterlage. Die Kunst dieser Tuchherstellung nimmt einen festen Platz im religiösen und festlichen Leben Ugandas ein.«

Aus Sicht der Schützenvereine, Karnevalisten, Skatspieler und vieler anderer Brauchtumsvereine war das wohl ein Tritt in den Hintern.

Aber sie sollten dafür Verständnis haben.

Schließlich dürfen die Deutschen jetzt die »mediterrane Esskultur« und die »türkische Kaffeehauskultur« mitfinanzieren, weil die kulturell wertvoll sind.

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nachzulesen bei Kopp-Exklusiv 06-2014