9. November…ein deutscher Schicksalstag


An einem 9.November wurde der Kaiser zurückgetreten (kein Schreibfehler), fand die sogenannte „Reichskristallnacht“ statt, deren Anstifter und Brandstifter, Opfer und Nutzniesser ganz andere waren, als es das volkspädagogisch verordnete Geschichtsbild vermittelt und es kam, oh großes Wunder, zum „Mauerfall“.

Aber auch  bei „unseren amerikanischen Freunden“, bei denen die Schreibweise des Datums  spiegelbildlich ist (11.9.-9.11), steppte an einem 11.09. der Bär. Das „Neue Pearl Harbour“, welches sich die Neocons gewünscht hatten, war nun zu-fällig eingetroffen. Es gab damit den Auftakt zum „Krieg gegen den Terror“, mit welchem die Globalisierung und damit die Umsetzung der NWO auf die Spitze getrieben werden soll.

Und während sich die breite Masse über all dies nur wundern und in den Nach-richten erzählen lassen kann, daß dies alles eben einfach so passiert, stellen sich in den letzten Jahren, und vermehrt seit Beginn der „Flüchtlingskrise“, immer mehr Menschen die Frage, was hier eigentlich wirklich geschieht.

So mancher möchte dann einfach nur „unsere Demokratie“ wiederherstellen. Er ist also der Meinung, daß da in den letzten Jahren einfach nur etwas schief gelaufen ist. Die Lösung ist für ihn: Wir machen die Grenzen dicht, schicken ein paar „Beflüchtete“ wieder heim, kehren zur D-Mark zurück und die „Welt“ ist wieder in Ordnung.

Daß dem nicht so ist und hier eine viel größere Nummer läuft, haben nun auch schon nicht wenige herausgefunden. Die einen glauben nun, daß Restdeutschland eine Firma sei und es bei all dem um viel Geld geht.

Dies ist aber auch nicht ganz richtig, denn ganz konkret ist die BRiD ein „alliertes Kriegsgefangenenlager mit eingebauter Staatssimulation“, welches in Form einer Firma verwaltet wird. Und es geht nicht um Geld, sondern ES GESCHIEHT MIT GELD.

Schlußendlich geht es um absolute Macht und Kontrolle. Denn diejenigen, welche dieses „Spiel“ spielen, „sind das Geld“ und haben das Monopol auf die „Gelderzeugung“. Und auch wenn dies den „kleinen Mann“ total irritieren wird: Sein Geld brauchen die nicht, was sie aber wollen ist seine Abhängigkeit und seine Kontrollierbarkeit. Und diese „erzeugen“ JENE durch „SCHULDEN“.

Das deutsche Volk, der deutsche Geist, sie sind das Hindernis, an welchem dieses Streben nach absoluter Macht und Versklavung endgültig scheitern wird. Auch wenn bis jetzt (scheinbar) nur ein sehr kleiner Teil unseres Volkes (wieder-) aufgewacht ist. Nach all dem, was unserem Volk in 72 Jahren tiefenpsychologischer Schuldprogrammierung angetan wurde, kann man dazu nur den größten deutschen Staatsmann zitieren:

Nur ein Narr vermag bei Kenntnis dieser ungeheuren Vergiftungsarbeit das Opfer auch noch zu verdammen.

Natürlich gibt es sie, die wirklich Ewiggestrigen , die geradezu fanatisch an „ihrer Schuld“ hängen und welche sich wohl in diesem Leben den Weg zur Wahrhaftigkeit selbst verstellt haben. Diese können auch nicht unsere Zielgruppe sein.

Aber diejenigen, die zweifeln, suchen und fragen, denen sollten wir die Hand reichen. Und deshalb möchte ich an dieser Stelle „Für Landsleute, die nur wenig und nur (eingefärbte) Bruchstücke unserer jüngeren Geschichte kennen …“ wieder einmal auf meinen Aufsatz aus dem Jahre 2013 hinweisen:

“Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen”

Und hier die englische Übersetzung durch den N8WÄCHTER:

“Since 05.45 h fire has now been returned”

Denn schon so mancher hat mir mitgeteilt, daß er diesen Aufsatz an einen Freund im Ausland verschicken möchte und hin und wieder „verirrt“ sich auch ein Wahrheitssucher aus dem Ausland auf diese Seite.

Dieser Text war zum damaligen Zeitpunkt das Ergebnis einer siebzehnjährigen Recherche und auch zum heutigen Stand enthält er alle wesentlichen Informationen, welche ein Deutscher braucht, der sich auf den Weg gemacht hat, um sie wiederzufinden:

Unsere wahre HEIMAT!

 

Deutsche Geschichte: 27. August 1916… Rumänien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg…prahlerisch und siegessicher…doch auch eine 10-fache Übermacht konnte die Deutschen nicht bezwingen


Ein rascher Sieg mit null Soldaten

Feldmarschall August von Mackensen
nimmt die Siegesparade in Bukarest ab Foto: Wikimedia / Bundesarchiv mit CC-Lizenz http://tinyurl.com/j73l388

Feldmarschall August von Mackensen nimmt die Siegesparade in Bukarest ab Foto: Wikimedia 

Feldmarschall Paul von Hindenburg brachte es auf den Punkt: „Das Verhängnis brach über Rumänien herein, weil seine Armee nicht zügig marschierte, weil seine Führung nichts verstand. Tollkühn wird man uns vielleicht einmal nennen, wenn man die Stärkeverhältnisse vergleichen wird, unter denen wir gegen das rumänische Heer zum Angriff schritten.“

Rumänien hatte nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zunächst eine neutrale Position bezogen. Doch nach dem Tod des deutschstämmigen Königs Karl I. im Oktober 1914 nahm die Regierung, häufig bezahlt von russischen Agenten, eine immer feindseligere Haltung gegen die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn an.

Siebenbürgen als Belohnung in Aussicht gestellt

Die Entente-Mächte stellten dafür eine Angliederung des ungarischen Siebenbürgen als Belohnung in Aussicht. „Die meisten Zeitungen waren fest in russischen Händen, zahlreiche im politischen Leben maßgebende Persönlichkeiten waren durch russische Interessen gebunden“, resümierte der österreichische Botschafter Graf Ottokar von Czernin.

Man wartete in Bukarest nur noch auf die passende Gelegenheit. Die ergab sich im Spätsommer 1916, als der deutsche Angriff bei Verdun zu verbluten drohte und Österreich durch die russische Brussilow-Offensive erheblich geschwächt wurde.

„100.000 Rumänen gegen null Deutsche“

Die Kriegserklärung erfolgte am 27. August 1916. Rumäniens Ministerpräsident Ion Bratianu verkündete prahlerisch, es stünden „100.000 Rumänen gegen null Deutsche“. Der Kampf könne nur siegreich enden. Tatsächlich besetzten rumänische Truppen mit ihrer Kriegsstärke von 564.000 Mann und 1.300 Geschützen schnell die kaum verteidigte Siebenbürger Metropole Kronstadt (Braşov).

Doch schon eine Woche später kam es zum Umschwung. Eine deutsch-österreichische Armee unter Führung des Generals Erich von Falkenhayn griff bei Hermannstadt (Sibiu) im Norden an. Am südlichen Flügel befehligte Feldmarschall August von Mackensen eine deutsch-bulgarische Armee – Bulgarien war seit Oktober 1915 Verbündeter der Mittelmächte.

Schnell geriet Rumäniens Armee in die Defensive

Der alte Husar Mackensen hatte sich schon mehrfach an der Ostfront ausgezeichnet, so während der legendären Schlacht bei Tannenberg im August 1914. Jetzt bewies er wieder seinen Offensivgeist und nahm bereits am 6. September die mächtige Festung Tutrakan am Donau-Ufer ein; 21.000 Rumänen gingen hier in die Gefangenschaft.

„Während die Rumänen in Ungarn eindrangen, ergriff Mackensen schnell und überraschend die Initiative zwischen Donau und Schwarzem Meer, in der Dobrudscha. Er trieb die zögernden bulgarischen Kommandeure energisch zum Angriff an“, schreibt Theo Schwarzmüller in seiner Mackensen-Biographie. Der General übernahm danach den Gesamtbefehl an der Rumänienfront.

Horrende Verluste durch bayerische Gebirgstruppen

Mit zunächst 70.000 Mann schlugen die Deutschen den Gegner (142.000 Rumänen und 40.000 Russen) in der Schlacht von Kronstadt am 7./8. Oktober. Beim Rückzug über die verschneiten Berge der Karpaten erlitten die Rumänen horrende Verluste, weil ihnen bayerische Gebirgstruppen dicht auf den Fersen folgten.

Am 23. November setzte dann Mackensen vom bulgarischen Donau-Ufer bei Svishtov über den Fluß. Die Rumänen zogen sich danach über den 24 Kilometer langen Szurduk-Paß zurück und wurden bei Târgu Jiu schwer geschlagen.

Schlacht um die Hauptstadt Bukarest

Ende November gruppierte der Oberkommandierende General Alexandru Averescu seine Streitmacht nahe der Hauptstadt Bukarest, um hier auf der inneren Linie eine Entscheidungsschlacht zu schlagen. In diesen Tagen griff zum ersten Mal auf dem Balkan auch ein deutsches Luftschiff (Z 181) in den Kampf ein und bombardierte die Außenforts von Bukarest. Durch mehrere geschickte Manöver packten Mackensens Truppen den Feind in Flanke und Rücken, worauf die Rumänen sich fluchtartig aus der Stadt zurückzogen, um nicht eingekesselt zu werden.

Am 6. Dezember 1916, seinem 67. Geburtstag, marschierte Mackensen an der Spitze seiner Armee in die Hauptstadt Bukarest ein. Laut seiner Schilderung: „Nur von drei Offizieren begleitet, meinen Truppen zehn Kilometer voraus, als Erster in dem vom Feinde kaum geräumten Mittelpunkt des Landes!“

Das Unheil bricht über die Rumänen herein

In der Schlacht am Argeş, einem linken Nebenfluß der Donau, brach dann Anfang Dezember 1916 das Unheil über die Rumänen herein. „Fahrzeuge und Geschütze galoppieren, die Infanterie eilt in wildem Lauf“, erinnerte sich ein deutscher Mitkämpfer, Hauptmann Walter Vogel.

„In wüstem Wirrwarr pressen sich in den Dorfgassen zerschossene Fahrzeuge, Geschütze und tote Pferde über gefallenen Rumänen zusammen. Unterdessen hämmert die bayerische Artillerie in die zurückflutenden Massen. (…) Schaurig sieht das Schlachtfeld aus.“ Schließlich kapitulierten mehr als 60.000 rumänische Soldaten.

Mackensens Feldzug endete nach vier Monaten siegreich

Jetzt lag die gesamte Walachei nahezu unverteidigt vor den Soldaten der Mittelmächte, die auch die strategisch wichtige Stadt Braila mit ihrem Getreidehafen am Donaudelta eroberten. König und Regierung Rumäniens flohen nach Jassy an der Moldau, dem kläglichen Rest ihres Territoriums im Nordosten. Von ihren 24 Divisionen waren noch ganze sechs übriggeblieben, und das Land schied de facto aus dem Krieg aus.

Nach nur vier Monaten war der Feldzug durch August von Mackensen siegreich beendet. Der tödliche Schlag gegen die Mittelmächte hatte sich ins Gegenteil verkehrt. Denn die vollen Getreidespeicher, das Holz der Wälder und die Ölfelder Rumäniens ermöglichten es ihnen erst, weiter Krieg zu führen.

Gedenktage: 19. Juli 1810 Todestag Luise von Mecklenburg-Strelitz…Königin Luise von Preußen


Datei:Königin Luise von Preußen, Ölgemälde von Josef Maria Grassi aus dem Jahr 1802.png

Jugend

Gemälde von W. Böttner 1799

Königin Luise bittet bei Napoleon für Preußen.

Die Prinzessinnen Luise von Mecklenburg-Strelitz (links) und Friederike von Mecklenburg-Strelitz, von Johann Gottfried Schadow, 1797

Preußen war durch Napoleon zerschmettert worden. Ohnmächtig lag es am Boden. Doch es fand sich eine große Reihe von deutschen Männern, die ihre ganze Kraft daransetzen, den Staat neu aufzubauen. Daß das zusammengebrochene Preußen wieder ein Land von Macht und Ehre werde, dafür wirkte auch die Gemahlin des preußischen Königs, die Königin Luise.

Luise wurde als drittes von insgesamt sechs Kindern in Hannover geboren, wo ihr Vater Karl II. als nachgeborener Prinz aus einer Nebenlinie des herzoglichen Hauses Mecklenburg-Strelitz die Würde eines Generalschef der Hannoverschen Infanterie (später eines Feldmarschalls) und eines Gouverneurs bekleidete. Auch die wohlklingenden Namen für das Neugeborene, Luise Auguste Wilhelmine Amalie, konnten über eine gewisse Enttäuschung nicht hinweghelfen, daß es wieder „nur“ ein Mädchen war.

Als Luise sechs Jahre alt war, starb ihre Mutter. Luise wurde gemeinsam mit ihren Schwestern CharlotteTherese und Friederike zunächst von der Schwester ihrer Mutter, Charlotte, die der Vater heiratete, und von der Erzieherin Magdalena von Wolzogen erzogen. Die Stiefmutter/Tante starb am 12. Dezember 1785, wenige Tage nach der Geburt ihres Sohnes Karl (Lebensrune.png 30. November 1785Todesrune.png 1837), danach war zunächst eine Mademoiselle Agier, die aufgrund ihrer zu strengen Ansprüche an die Prinzessinnen bald darauf wieder entlassen wurde, mit der Erziehung betraut. Nachdem Magdalena von Wolzogen mit Prinzessin Charlotte, an den Hof von Sachsen-Hildburghausen gewechselt war.

Luise kam im Jahre 1786 zu ihrer Großmutter Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, die „Prinzessin George“ genannt wurde, Gattin des Bruders des Regenten, an den Hof nach Darmstadt und wuchs dort im Alten Palais auf. Prinzessin George setzte Salomé de Gélieu aus Neuchâtel als Erzieherin und Bezugsperson der Prinzessinnen Therese, Luise und Friederike ein. Diese erzog sie „nicht zu einer Prinzessin, sondern zu einem guten Menschen“. „Jungfer Husch“, immer wild und quirlig und übermütig, verlebte eine fröhliche Jugendzeit.

Vermählung mit Friedrich Wilhelm III.

Am 14. März 1793 lernte Luise in Frankfurt am Main den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm III. kennen. Mit 17 Jahren, am 24. April 1793, wurde sie mit dem preußischen Kronprinzen in Darmstadt offiziell verlobt.

Als die Frau in die preußische Hauptstadt einzog, wurde sie von Berliner Kindern begrüßt. Ein kleines Mädchen sagte ein Gedicht auf und bekam dafür von der Kronprinzessin einen Kuß. Die alte Oberhofmeisterin war starr vor Schreck. Das war ja gegen jeden höfischen Anstand! „Wie“, fragte Luise, „darf ich das jetzt nicht mehr tun?“ Zu ihrem kronprinzlichen Gemahl sagte sie zum Entsetzen des Hofes „Du“ statt des vorgeschriebenen „Sie“. Dem steifen Umgangston des damaligen preußischen Hofes hat sie sich überhaupt nicht einfügen können, und die Oberhofmeisterin hat stets ihre schwere Not mit ihr gehabt.

Am 22. Dezember 1793 erreichte sie als Braut des Kronprinzen den Regierungssitz Berlin zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Friederike, der Braut des jüngeren Bruders des Thronanwärters Ludwig von Preußen. Das Paar wurde am 24. Dezember in traditioneller Form vermählt. Die Kronprinzessin und spätere Königin gewann mit ihrer bezaubernden Schönheit und natürlichen Anmut die Herzen des Volkes. In einer Welt, in der der Adel sich stolz vom übrigen Volke absonderte, sprach sie auf ihren häufigen Reisen durch das Land stets in ungezwungen freundlichem Ton mit den einfachsten Leuten. Am liebsten waltete sie als Hausfrau auf einem Gut an der Havel. Hier lebte sie ungezwungen als beste Spielgefährtin mit ihren fünf Kindern (zwei weitere waren früh gestorben), erzählte ihnen Märchen und pflegte sie aufopfernd, wenn sie krank waren.

Krieg gegen Napoleon und Flucht

Da rückte Napoleon, der französische Kaiser, der schon ganz Süddeutschland unterworfen und das Erzherzogtum Österreich mit der Kaiserlichen Armee geschlagen hatte, auch gegen Preußen. Der König war ein ängstlich-zögernder und unentschlossen-langsamer Mensch. Um seinen Willen zu stärken und ihn anzufeuern die Ehre Preußens zu wahren, begleitete er seine Gemahlin als „Schutzgeist Preußens“ ins Hauptquartier.

Der König verfolgte vom ersten Tag seiner Thronbesteigung an eine Neutralitätspolitik. Luise jedoch stand dafür, Napoleon entgegenzutreten. Gemeinsam mit dem Freiherrn vom SteinKarl August von Hardenbergund Prinz Louis Ferdinand versuchte sie, den König davon zu überzeugen. Am 10. Mai 1805 übergab vom Stein eine entsprechende Denkschrift. Der König lehnte vorerst ab, gab schließlich jedoch dem Ansturm nach und befahl die Mobilmachung.

Den Feldzug von 1806 und die Schlacht bei Jena und Auerstedt erlebte Luise, zur Begeisterung der einfachen Soldaten und zum Entsetzen der Offiziere, im Hauptquartier. Im November 1806, nach der Niederlage bei Jena und Auerstedt, floh Luise vor napoleonischen Truppen aus Berlin über SchwedtStettinKüstrinGraudenzOsterode nach Ortelsburg. Die Flucht ging am 10. Dezember 1806 weiter nach Königsberg (Preußen), wo Luise an Typhus erkrankte.

Zu den wenigen Tapferen, die nach der vernichtenden Niederlage bei Jena und Auerstedt die preußische Ehre wahrten, gehörte auch die Königin Luise. An der Seite ihres Gemahls mußte sie nach Ostpreußenfliehen, während Napoleon in Berlin einzog. Aber sie verlor den Mut nicht und richtete den König auf, daß er noch einmal im äußersten Winkel seines Landes den Widerstand wage:

„Nur um Gottes willen keinen schändlichen Frieden!“

Dabei hatte sie persönlich große Leiden zu erdulden. Auf der Flucht vor den Franzosen waren einige ihrer Kinder erkrankt. Sie selbst mußte, von einem schweren Nervenfieber noch nicht genesen, mitten im Winter von Königsberg noch weiter nach Memel flüchten. Der Weg ging über die schmale Kurische Nehrung, ein eisiger Schneesturm peitschte die Wellen der Ostsee, daß sie über den offenen Reisewagen der Königin spritzten. Und wenn sie des Nachts in einer armseligen Fischerhütte schlief, dann fegte der Sturm den Schnee durch das zerbrochene Fenster bis auf ihre Bettdecke. Aber „ihr Mut und ihr himmlisches Gottvertrauen hielten sie aufrecht und belebten alle“, schrieb ihr Arzt. Kaum war sie dann in Sicherheit und einigermaßen wieder gekräftigt, da besuchte sie die Verwundeten in den Lazaretten und die Truppen auf den Übungsplätzen, um deren Zuversicht zu stärken.

Tilsit

Noch stand ihr das Schwerste bevor. Das Heer war auch in Ostpreußen geschlagen worden. Napoleon forderte alles Land westlich der Elbe als Siegespreis von Preußen. Die preußischen Staatsmänner hofften, ein Besuch der Königin bei dem Sieger könnte vielleicht die unerhört harten Friedensbedingungen mildern. Napoleon hatte die Königin wieder und wieder als „Kriegshetzerin“ geschmäht.

„Bonaparte speit Beleidigungen und Gemeinheiten gegen mich aus“, sagte Luise. Trotzdem erklärte sie sich sofort bereit, zu ihm zu gehen. „Opfer zu bringen, bin ich gewohnt.“

Sie empfing den Kaiser an der Treppe vor ihrem Hause in Tilsit. Inständig drang sie in ihn, seine Friedensbedingungen zu mildern. Napoleon war tief beeindruckt von ihrer hoheitsvollen Schönheit und dem Zauber ihres Wesens. Er machte der Königin Komplimente wegen ihrer Garderobe, statt ernsthaft auf ihre Argumentation einzugehen. Preußen betrachtete dies als Höhepunkt der Demütigungen, die Feldmarschall von Blücher als „Rächer der Königin Luise“ im Siebten Koalitionskrieg endgültig vergelten sollte.

Er zögerte mit einer Antwort auf Luises Bitten. Nachdem das Vier-Augen-Gespräch Luises mit Napoleon schon eine Dreiviertelstunde gedauert hatte, betrat der ungeduldig gewordene Friedrich Wilhelm III. den Raum. Da brach der Kaiser die Unterredung ab. „Gut, daß der König kam“, sagte er später, „ich hätte ihr beinahe Versprechungen gemacht.“ Das Opfer der Königin war vergebens. Aber auch jetzt verlor sie den Mut nicht. Sie zog Männer an den Hof, von denen sie die Rettung Preußens erwartete. So blieb sie auch weiter der Schutzgeist Preußens, das leuchtende Vorbild, an dem sich die Verzagenden ausrichteten.

„Ich habe ihn gesehen, ich habe mit diesem von der Hölle ausgespienen Ungeheuer, das von Beelzebub gebildet wurde, um die Plage der Erde zu werden, gesprochen! […] Nein, niemals habe ich eine härtere Prüfung erfahren ….“ — Friedrich Wilhelm III. über Napoleon

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Tod

Die Befreiung ihres Landes, die sie vorbereiten half, hat sie selber jedoch nicht mehr erlebt. Ehe das Volk aufstand und die französischen Ketten zerriß, ist die „Königin im Leide“ vierunddreißigjährig am 19. Juli 1810 während eines Familienbesuches auf dem Sommersitz ihres Vaters in Hohenzieritz an einer Lungenentzündung gestorben.

Luise fand ihre letzte Ruhestätte am 23. Dezember 1810 im Mausoleum des Parks von Schloß Charlottenburg, nachdem sie zunächst am 30. Juli 1810 im Berliner Dom beigesetzt worden war.

„Ich bin wie vom Blitz getroffen“, schrieb Gebhard Leberecht von Blücher bei der Nachricht von ihrem Tode. „Der Stolz der Frauen ist also von der Erde geschieden.“

In Magdeburg wurde 1901 vom Vaterländischen Frauenverein ein Denkmal im ehemaligen Park an der Nordfront aufgestellt, der daraufhin in Königin-Luise-Garten umbenannt wurde. 1951 wurde der Park von den Kommunisten in „Geschwister-Scholl-Park“ umbenannt. Zum 132. Geburtstag der Königin, am 10. März 1912, wurde auf dem Gustav-Müller-Platz der Roten Insel, einem damals noch von Deutschen bewohnten Kiez in Berlin-Schöneberg, die Königin-Luise-Gedächtniskirche eingeweiht.

Nachkommen

∞ 1830 Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau
∞ 1853 Rosalie von Rauch

Stiftungen

Luise hatte selbst und es wurden nach ihrem Tode in ihrem Namen oder zu ihrem Gedenken Stiftungen ins Leben gerufen. Dazu gehören folgende Stiftungen:[1]

Denkmäler und Ehrungen

Zu Ehren der Königin von Preußen gibt es zahlreiche Luisendenkmäler. Außerdem sind nach ihr benannt:

Bildergalerie

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http://de.metapedia.org/wiki/Luise_von_Mecklenburg-Strelitz

Serie Ostdeutschland aktuell: Königsberg: »Achtung, hier spricht Königsberg«


Vor 90 Jahren nahm in Ostpreußens Hauptstadt die Ostmarken Rundfunk AG den Programmbetrieb auf

 

Firma Zabel Königsberg

 

Am 14. Juni 1924 begann in Ostpreußen mit der Aufnahme des Sendebetriebes durch den Königsberger Rundfunksender „Ostmarken-Rundfunk“ ein neues Medienzeitalter. Das Datum war keineswegs zufällig gewählt, war doch am Vortag der 200. Jahrestag der Vereinigung von Altstadt, Löbenicht und Kneiphof zur Stadt Königsberg feierlich begangen worden.

Zu Beginn der 1920er Jahre war in Deutschland ein regelrechtes „Funkfieber“ ausgebrochen. Aus dem Ausland konnte man die ersten Rundfunkstationen empfangen und außerdem gab es eine ganze Reihe leicht empfangbarer Funkdienste. Zehntausende Bastler experimentierten mit selbstgebauten Empfängern; viele Zeitschriften berichteten laufend über die Fortschritte im Funkwesen. Angesichts dieser Situation setzten die Behörden, vor allem die Reichs­post, alles daran, das Ganze zu kanalisieren und einen staatlich kontrollierten „Unterhaltungsrundfunk“ aufzubauen. Schließlich verständigte man sich darauf, dass Land in neun Sendebezirke zu unterteilen, in denen jeweils eine privat finanzierte „Sendegesellschaft“ eine Rundfunkstation betreiben sollte. Für Ostpreußen war Königsberg als Standort vorgesehen.

Nun wurden innovationsorientierte Investoren gesucht – und gefunden. In Königsberg besaß der Ingenieur Walter Zabel eine Maschinenfabrik mit einem Holverarbeitungsbetrieb; das Firmengelände lag etwas außerhalb der Stadt an den Pregelwiesen. Einen weiteren Geschäftszweig hatte er sich mit der Elektrifizierung der großen landwirtschaftlichen Güter in der Region aufgebaut. In diesem Zusammenhang war er mit dem Funkwesen in Berührung gekommen und hatte bei seinem Hauptbüro in der Königsberger Hufenallee ein Ladengeschäft für den Handel mit Rundfunkapparaten eingerichtet. Nachdem am 29. Oktober 1923 die Berliner „Funk-Stunde“ A.G. als erste deutsche Station den Betrieb eröffnet hatte, sah Zabel auch in Königsberg die Zeit für eine solche Einrichtung gekommen: Mit mehreren Mitstreitern gründete er am 2. Januar 1924 die „Ostmarken-Rundfunk AG“ (ORAG).

Anschließend beauftragte Zabel die damals bekannte Firma Huth damit, auf seinem Betriebsgelände einen Sender zu bauen. Weithin sichtbar, wurden drei, jeweils 50 Meter lange Kabel aus Kupferbronze zwischen dem Firmenschornstein und einem neuen, 35 Meter hohen Gittermast gespannt.

Als Sendestudio wurde der Chorprobensaal im Dachgeschoss des Königsberger Stadttheaters angemietet und umgestaltet. So wurden die Wände des rund 100 Quadratmeter großen Raums zur Schalldämmung mit Seegrasmatten verhängt und eine Ecke als Ansage- und Sprecherkabine abgeteilt. Die Verwaltung des „Ostmarkenrundfunks“ saß in zwei winzigen Büros, ebenfalls im Gebäude des Stadttheaters, der wohl bedeutendsten Musikbühne Ostpreußens.

Die Herrichtung des Chorprobenraums erfolgte bereits unter der Aufsicht von Joseph Christean, dem neuen „Künstlerischen Leiter“. Mit ihm hatte Zabel eine außerordentlich kreative wie seriöse Persönlichkeit für das neue Medium gewinnen können. Der aus Wien stammende Regisseur und Operntenor verfügte über eine reichhaltige Berufserfahrung. Und auch die übrigen Schlüsselpositionen wurden mit Kräften des Stadttheaters besetzt: Klaus Nettstraeter als Erster Kapellmeister und Kurt Lesing als Spielleiter und Erster Sprecher. Schließlich gelang es Christean auch noch, ein vierköpfiges Musikensemble zu verpflichten.

Alles schien nach Plan zu laufen, als im April 1924 die Maschinenfabrik Zabels in Liquiditätsschwierigkeiten geriet. Der Geschäftsmann war gezwungen, die Investitionen in den Rundfunk zurückzuziehen. Er bot der Stadt Königsberg seine Rundfunkanteile an. Und diese griff zu, übernahm mit Hilfe der „Messeamt Königsberg i. Pr. GmbH“, einem Unternehmen in städtischen Händen, Ende Mai sämtliche Anteile der Rundfunkgesellschaft. Nun nannte sich die Gesellschaft im Untertitel „Rundfunk der deutschen Ostmesse“.

Unterdessen waren am 10. Mai die Sendeversuche angelaufen. Sie standen unter der Leitung des Ingenieurs Erich Geissler, den Zabel von der Firma Huth abgeworben hatte. Der Probebetrieb verlief so erfolgreich, dass einer baldigen Stationseröffnung nichts im Wege stand.

Am 14. Juni 1924 war es schließlich so weit. Vormittags um 10 Uhr versammelten sich die geladenen Gäste im Stadttheater. Hans Bredow, der für das Rundfunkwesen zuständige Post-Staatssekretär, hielt die Eröffnungsansprache. Er sagte dem Rundfunk eine große Zukunft voraus. Anschließend bedankte sich der Königsberger Oberbürgermeister Hans Lohmeyer für die Unterstützung der Postbehörden beim Aufbau des Senders. Nun wurde den im Senderaum wartenden Musikern das Zeichen gegeben, mit dem Premierenkonzert zu beginnen. Der Festakt war beendet.

Für Joseph Christean und seine Mitstreiter begann der Programmalltag. Der Schwerpunkt lag auf dem Abendprogramm ab 19.30 Uhr. Dabei wurden „gehobene Unterhaltung“ und „Heimatverbundenheit“ großgeschrieben. Die Gestaltung eines ansprechenden Angebotes für die noch wenigen Hörer stellte eine tägliche Herausforderung dar. Improvisation und Flexibilität waren gefordert; sämtliche Mitarbeiter hatten in den unterschiedlichsten Funktionen mitzuwirken, schließlich wurde alles „live“ gesendet.

Christean übernahm neben seinen Leitungsfunktionen zahlreiche Sprechereinsätze in den verschiedensten Programmberei­chen. Auch das Aufgabengebiet von Lesing war weit gespannt und reichte vom Regisseur bei literarisch-musikalischen Veranstaltungen bis zum Märchenerzähler und Ansager. Und wenn es die Situation erforderte, stürzte er sich unmittelbar nach der Ansage an sein Schlagzeug, um den Einsatz der nächsten Musiknummer nicht zu verpassen.

Christean erwies sich schließlich als Glückgriff für den Rundfunk in Ostpreußen. Es gelang ihm, für fast jeden Programmtag ausgezeichnete Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Königsberger Kulturszene für den Ostmarkenrundfunk zu gewinnen: musikalische Solisten und Schriftsteller ebenso wie Wissenschaftler oder Pädagogen. Und es gelang ihm auch, den Rundfunk in Ostpreußen allmählich bekannt zu machen.

Dennoch dauerte es mehrere Jahre, bis sich der Rundfunk fest etablieren konnte. Wichtige Fortschritte waren der Umzug von Verwaltung und Studiobetrieb in eine der Hallen auf dem Gelände der Ostmesse im Jahre 1926 sowie die Inbetriebnahme des Senders auf dem Veilchenberg ein Jahr später. Als weitere Meilensteine erwiesen sich die Inbetriebnahme des Großsenders Heilsberg im Jahre 1930 wie die Fertigstellung des großen „Funkhauses“ am Hansaplatz im Jahre 1933. Die meisten Ostpreußen kennen die ostpreußische Rundfunkstation unter der Bezeichnung „Reichssender Königsberg“, die von den Nationalsozialisten im April 1934 eingeführt wurde.

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paz 24-14

Der Historiker Dr. Stefan Scheil über antideutsche Ausschreitungen in Polen im Jahr 1935


Herr Dr. Scheil, polen3 im April und Mai 1935 flammten antideutsche Ausschreitungen in den nach dem Versailler Vertrag an Polen abgetretenen Gebieten wieder auf – in Ost-Oberschlesien, z.B. in Kattowitz und Laurahütte, aber auch in Posen-Westpreußen. Was waren der Anlaß und die Motive für diese Ausschreitungen?

Scheil: Es ist schwer, hier einen konkreten Anlaß als wirklichen Grund zu nennen. Ausschreitungen gegen alle nicht ethnisch polnischen Staatsbürger der Republik Polen lagen zu dieser Zeit ständig in der Luft. Das traf Deutsche, aber auch Ukrainer und vor allem Juden. Israelische Historiker schätzen, daß 1935/36 etwa eintausend Juden bei Pogromen in Polen erschlagen wurden. Hintergrundmotive dieser Gewalttaten waren sowohl die extreme Armut als auch der übersteigerte polnische Nationalismus dieser Zeit. Polnische Nationalisten fühlten sich durch die Geschichte, vor allem durch die polnischen Teilungen, jahrhundertelang von der Welt betrogen und deshalb nach der Wiedererstehung Polens berechtigt, es nun allen heimzuzahlen. Das polnische Selbstbild als ewiges Opfer ist ein ganz zentrales Motiv.

Hatte nicht der – knapp ein Jahr nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler proklamierte – deutsch-polnische Nichtangriffsvertrag ein Signal für eine Verbesserung der Beziehungen sein sollen?

Scheil: Der Vertrag vom 26. Januar 1934 bedeutete in der Tat eine Verbesserung der Beziehungen, nachdem noch 1932/33 ein polnischer Angriff auf die späte Weimarer Republik auf der Tagesordnung gestanden hatte. Von dem deutsch-polnischen Nichtangriffspakt als einem Freundschaftsvertrag zu sprechen, wäre aber überzogen. Denn an der grundsätzlichen Erwartungshaltung in Warschau, daß man zur Selbstbehauptung und Erweiterung Polens einen Krieg gegen Deutschland führen müsse, hat sich in den dreißiger Jahren zu keinem Zeitpunkt etwas Substantielles geändert.

Hatte Hitlers Regierung mit dem Nichtangriffsvertrag nicht sogar die alten Eliten der Republik brüskiert, auch das Auswärtige Amt und die Reichswehr, bei denen bis dahin der Konsens bestand, „gutnachbarliche“ Beziehungen zu Polen könne es nur dann geben, wenn Warschau „Rück-Revisionen“ seiner Westgrenze zustimmen würde?

Scheil: Mitglieder des deutschen Kabinetts und des Auswärtigen Amts forderten nicht nur eine Grenzrevision, sondern stellten das Existenzrecht Polens teilweise grundsätzlich in Frage. Militärs wie Seeckt und Politiker wie Stresemann wollten während der Weimarer Republik das Ende des polnischen Staates. Die erste Denkschrift, die das Auswärtige Amt dem neuen Kanzler Hitler in dieser Frage zuleitete, forderte wörtlich eine „totale Lösung“. Der konservative Außenminister von Neurath erläuterte das vor dem Kabinett mit den Worten, man dürfe sich gegenüber Polen nicht mit kleinen Grenzrevisionen zufrieden geben. Noch zur Jahreswende 1938/39 notierte der Staatssekretär im Außenamt, Ernst von Weizsäcker, er hätte Ribbentrop und Hitler empfohlen, „Polen auf das uns genehme Maß als Puffer gegen Rußland zu reduzieren“. Als Mittel sollte die Forderung nach sofortiger Rückgabe Danzigs und nach einer „sicheren Landbrücke“ nach Ostpreußen dienen. Das war zu einem Zeitpunkt, als Ribbentrop und Hitler der Republik Polen eine Garantie ihres damaligen Territoriums anboten. Hier bestand tatsächlich ein heute weitgehend vergessener Gegensatz der NS-Führung zu Teilen der alten Eliten.

Welche Vorteile hatte sich Hitler von dem spektakulären deutsch-polnischen Abkommen versprochen?

Scheil: Wie gesagt, beseitigte das Abkommen von 1934 zunächst die unmittelbare Angriffsdrohung aus Polen. Es verschaffte der NS-Regierung zudem internationales Ansehen, weil es konstruktiven Charakter hatte. Im Jahr 1933 waren mit dem endgültigen Stop von Reparationsleistungen, dem Rückzug aus den Genfer Abrüstungsverhandlungen und dem Austritt aus dem Völkerbund zunächst vorwiegend destruktive deutsche Schritte vorausgegangen.

Worin lag der gegenseitige Nutzen, das „Quid-pro-quo“ der Vereinbarung?

Scheil: Polen erreichte indirekt die Anerkennung des territorialen Status quo durch Deutschland, demonstrierte vor allem aber den Westmächten, daß es eine eigene Politik betreiben wollte und nicht länger bereit war, als stete, billige Drohkulisse gegen Deutschland aufzutreten.

Wie wurde der Pakt in der polnischen Öffentlichkeit aufgenommen?

Scheil: Die polnische Öffentlichkeit akzeptierte den Pakt als Mittel praktischer Politik, faßte ihn aber nicht als grundsätzliche Wende im deutsch-polnischen Verhältnis auf. Vereinzelt erhoben sich Stimmen wie die des Publizisten Wladislaw Studnicki, der sich für ein langfristiges Bündnis mit Deutschland in Form einer Blockbildung aussprach, aber das blieben Ausnahmen. Symptomatischer war die Beförderung eines Mannes wie Henryk Baginski in den polnischen Generalstab, der in seinen Veröffentlichungen nichts geringeres forderte als die Auslöschung Preußens, die Rückeroberung aller früher slawischen Länder und die Verlagerung der deutschen Hauptstadt nach Frankfurt am Main, da Berlin auf slawischem Gebiet liege.

Lag es denn in Berlins Kalkül, einen Polen-Pakt auszuhandeln, den es letztendlich gar nicht einhalten wollte?

Scheil: Nein, zumindest gibt es keinen Beleg dafür, daß der Pakt von deutscher Seite abgeschlossen wurde, um gebrochen zu werden. Aber in den überlieferten Geheimreden Hitlers, etwa der Hoßbach-Niederschrift, taucht stets ein trotz Nichtangriffspakt geführter polnischer Angriff als mögliches Szenario auf. Nach dem Abschluß des englisch-polnischen Abkommens im Frühjahr 1939 sah man in Berlin dann Polen endgültig als Feind und kommenden Angreifer an. Die Details der Vereinbarungen Polens mit Frankreich und England schlossen zudem einen polnischen Angriff auf Deutschland als möglichen Bündnisfall mit ein. Das war ein bis dahin einzigartiger Vorgang in der englischen Geschichte. Der britische Botschafter in Berlin äußerte nach dieser Entwicklung im Sommer 1939 die Ansicht, Hitler müsse den Eindruck haben, daß England den Krieg um jeden Preis wolle.

Gab es in den Optionen der deutschen Reichsregierung auch die Hoffnung auf eine wirkliche Aussöhnung mit einem bisherigen „Erbfeind“?

Scheil: Polen sollte seit Herbst 1938 als deutscher Verbündeter gewonnen werden und in etwa den Rang Italiens erhalten. Der Begriff der „wirklichen Aussöhnung“ im heutigen Sinn ist den 1930er Jahren aber fremd. Es galt gerade als Nachwirkung des Ersten Weltkriegs weiter als selbstverständlich, daß die internationale Politik in Europa zwischen konkurrierenden Nationalstaaten stattfand, zwischen denen gegenseitige Achtung möglich war, aber auch Krieg. Beides galt als eine Frage des Datums. Zwar erhoben die damals bestehenden Organisationen wie der Völkerbund den Anspruch, daran grundsätzlich etwas zu ändern. Sie hatten sich aber in der Praxis als Instrumente nationalstaatlicher Machtpolitik der Sieger von 1919 erwiesen und waren damit diskreditiert. Wirkliches Vertrauen bestand nicht, stattdessen lagen ethnische Säuberungs- und Vertreibungsphantasien auf allen Seiten in der Luft. Selbst ein gemäßigter Mann wie Andre Francois-Poncet, der langjährige französische Chefdiplomat in Deutschland, äußerte 1938 Bedauern darüber, daß man die Deutschen nicht ganz aus Europa vertreiben könne, wie man es im Mittelalter mit den Mauren getan hatte.

Hat Deutschland in den Folgejahren gezeigt, daß es bereit war, polnische Ziele zu unterstützen?

Scheil: Die polnische Regierung nutzte die deutsche Revisionspolitik, um eigene Forderungen gegenüber der Tschechoslowakei und Litauen durchzusetzen. Das geschah mit der Billigung Berlins, das davon indirekt auch selbst profitierte, weil die Westmächte dadurch nicht mit der Hilfe Polens zur Stützung der 1919 in Versailles gezogenen Grenzen rechnen konnten. Allerdings betonte Polens Außenminister Beck im September 1938 bei einer Beratung der polnischen Führung, er könnte innerhalb von 24 Stunden auf die Seite Englands und Frankreichs wechseln. Auch solch ein Schritt war eine Frage des richtigen Datums und des gebotenen Preises.

Nochmals zurück zu den Unruhen vor 75 Jahren im Jahre 1935: Kann etwa die Volksabstimmung im Saargebiet im Januar 1935, die „Heimkehr der Saar“, polnische Befürchtungen ausgelöst haben, jetzt sei die „Sammlung der deutschen Erde“ angesagt und Berlin werde den Ausgleichskurs mit Warschau wieder verlassen? Oder hat die Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935 eine Rolle gespielt?

Scheil: Der Druck auf die Deutschen in Polen hatte zu keinem Zeitpunkt wirklich aufgehört. Manche antideutschen Agitationsvereine mußten seit 1934 zwar ihren Namen ändern und die Aktivitäten dämpfen. Dennoch gingen die wirtschaftlichen und kulturellen Maßnahmen in diese Richtung weiter und wurden durch die internationale Politik damals weder besonders beschleunigt noch verlangsamt. Der deutsche Botschafter in Warschau berichtete 1935, es sehe so aus, als wollte die polnische Regierung während der zehnjährigen Laufzeit des Nichtangriffspakts durch ein Aus für die Deutschen in Polen vollendete Tatsachen schaffen. Der Wojwode von Oberschlesien, Michal Grazynski, faßte seine Politik zu dieser Zeit in der Tat mit den lapidaren Worten „Deutsche ausrotten“ zusammen.

Was waren die Gründe dafür, daß Polen sich immer mehr in den Sog der Politik der Westmächte ziehen ließ und dem Ausgleichskurs Berlins – der ja offenbar wirklich bestanden hat – immer weniger entsprach?

Scheil: Diese Gründe lagen zum einen in der grundsätzlichen Erwartungshaltung in Warschau, daß ein deutsch-polnischer Konflikt wegen der sich gegenseitig ausschließenden Ansprüche langfristig unvermeidlich sei. Diese Ansicht konnte sich, wie gesagt, auf entsprechende Äußerungen deutscher Verantwortlicher stützen und traf daher in gewisser Weise zu. Zum anderen ließen die kriegs­geneigten Kreise um Winston Churchill seit Mitte 1938 erkennen, einen gegen Deutschland gerichteten polnischen Kurs mit handfesten Zusagen bezahlen zu wollen. Als der polnische Außenminister Beck im Frühjahr 1939 nach London fuhr, setzte er deshalb offiziell „Kolonien, Juden und Danzig“ auf seinen Forderungskatalog. Dabei bedeutete der Punkt „Juden“ die offen erhobene Forderung der polnischen Regierung nach Auswanderung aller polnischen Juden nach Afrika. Der frühere und zu dieser Zeit nach England emigrierte deutsche Reichskanzler Heinrich Brüning hat darüber hinaus ausgesagt, daß bei dieser Gelegenheit ein englisch-polnisches Teilungsabkommen in Bezug auf Teile Ostdeutschlands geschlossen worden sei, das man ihm später während des Krieges zur Kenntnis gegeben hat. In London konnte man im Krieg übrigens Henryk Baginski wieder antreffen, der seine Eroberungspläne jetzt in englischer Übersetzung präsentierte.

Stehen die polnischen Ausschreitungen von 1935 in einem Zusammenhang mit den späteren Ausschreitungen unter der Sammelbezeichnung „Bromberger Blutsonntag“?

Scheil: Die Ausschreitungen von 1935 können als Auftakt zu den Gewalttaten an den Deutschen in Polen im Jahr 1939 gelten, die bekanntlich Tausende von Todesopfern forderten. Sie gehören zu einer nationalistisch aufgeladenen und durch den Ersten Weltkrieg tief erschütterten Epoche.

Ist davon etwas in den heutigen deutsch-polnischen Beziehungen übriggeblieben?

Scheil: Diese Ära ist heute vorbei, und man kann zudem in Bezug auf Polen nicht von Erbfeindschaft sprechen. Die deutsch-polnischen Beziehungen wie die internationalen Beziehungen überhaupt erlebten zwischen 1918 und 1945 einen Tiefpunkt ohne historische Parallele. Jede verantwortungsvolle Politik wird darauf abzielen, daß dies Vergangenheit bleibt und nationalstaatliche Konkurrenz friedlich stattfindet. Es ist heute möglich, öffentlich einen differenzierten Blick auf die Ursachen und Ereignisse zu werfen, die zum deutsch-polnischen Krieg von 1939 führten. Die Redewendung vom unprovozierten „deutschen Überfall auf Polen“ ist unangebracht, ebenso wie die immer wieder anzutreffende Deutung, es seien die deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße der Republik Polen im Jahr 1945 quasi gegen ihren Willen aufgedrängt worden. Meine Forschungsergebnisse zu Ausbruch und Eskalation des Zweiter Weltkrieg lassen erkennen, daß er die Konsequenz einer ganzen Reihe von zwischenstaatlichen und ideologischen Konflikten war, letztlich das Ergebnis einer „vereinten Entfesselung“.

Herr Dr. Scheil, vielen Dank für das Gespräch.

Stefan Scheil, Historiker, 1963 in Mannheim geboren, Studium der Geschichte und Philosophie in Mannheim und Karlsruhe, Dr. phil. 1997 in Karlsruhe. Er forscht zur Vorgeschichte und Eskalation des Zweiten Weltkriegs, sowie zum politischen Antisemitismus in Deutschland und schreibt als freier Mitarbeiter für die Wochenzeitung Junge Freiheit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Scheil veröffentlichte zuletzt die Bücher Churchill, Hitler und der Antisemitismus. Die deutsche Diktatur, ihre politischen Gegner und die europäische Krise der Jahre 1938/39 und Fünf plus Zwei. Die europäischen Nationalstaaten, die Weltmächte und die vereinte Entfesselung des Zweiten Weltkriegs.

Artikel von ZUERST

Geschichte historisch…1. WK, 07. 02. bis 22.02.1915…In der Winterschlacht in Masuren versuchte Hindenburg vor 100 Jahren nach der 2. nun die 10. russische Armee einzukesseln


Fast ein zweites Tannenberg

Winterschlacht in Masuren 7.2. bis 22.2.1915

Während die Tannenbergschlacht in Deutschland heute noch ein Begriff ist, scheint die sogenannte Winterschlacht in Masuren vom 7. bis 22. Februar 1915 total vergessen zu sein. Dabei waren ihre Auswirkungen mit den Ergebnissen des deutschen Sieges von Tannenberg durchaus vergleichbar.

Auch bei dieser Schlacht hatte General Paul von Hindenburg auf deutscher Seite den Oberbefehl inne. Neben dem Sieger der Schlacht bei Tannenberg, seiner 8. Armee, die mittlerweile von Otto von Below befehligt wurde, stand dem Oberbefehlshaber der gesamten deutschen Streitkräfte im Osten (OberOst) dies­mal auch das XXXX. Reserve-Korps unter dem General der Infanterie Karl Litzmann sowie die zwischenzeitlich neu aufgestellte 10. Armee zur Verfügung. Diese von Hermann von Eichhorn befehligte Armee bestand aus dem XXXVIII. und dem XXXIX. Reservekorps sowie dem aus Elsässern und Lothringern bestehende XXI. Armeekorps. Jenes Korps hielt man beim Einsatz im Westen für unzuverlässig, aber im Osten schlug es sich hervorragend.

Der Zar verlor
knapp 160000 Mann,
der Kaiser 16200

Die russische 10. Armee unter dem deutschbaltischen General Thadeus Baron von Sievers sollte – ähnlich wie bei Tannenberg 1914 die russische Narew-Armee – umfasst und vernichtet werden. Man bezweckte damit, den letzten Streifen ostpreußischen Bodens, auf dem die Russen immer hinter der ungefähren Linie Nikolaiken–Lötzen–Angerburg–Darkehmen–Gumbinnen standen, zu befreien. Daher rührt auch der Namen „Winterschlacht in Masuren“.

Zur Einkreisung dienten den Deutschen als linker Flügel Eichhorns 10. Armee mit ihrem Armee­oberkommando in Insterburg und als rechter Flügel Belows 8. Armee mit ihrem Armeeoberkommando in Sensburg. Der deutsche Angriff kam einem neuen russischen Großangriff auf Ostpreußen zuvor. Geheimhaltung und Spionageabwehr auf deutscher Seite funktionierten wie weiland bei der Schlacht von Tannenberg vorzüglich. Noch bevor die Russen losschlugen, ergriff Hindenburg die Initiative und ging in Richtung Osten vor. Hauptmann Hans von Redern schrieb über den Beginn der Offensive am 7. Februar 1915 und den herrschenden Geist in der deutschen Truppe:

„Wie üblich bezeichneten in Flammen aufgehende Ortschaften die Rückzugslinien des Gegners. Es war ein schauerlich-schönes Bild, wenn wir in die Dunkelheit hinein marschierten und rings am Horizont lohende Gehöfte und hell brennende Dörfer uns den Weg beleuchteten. Diesen Mordbrennern mußten wir an den Kragen! Das war der einzige Gedanke, der uns ohne Rast vorwärtstrieb.“

Das russische Hauptquartier des Kommandos des Obersten Befehlshabers (Stawka Werchownowo Glawnokomandujuschtschewo, kurz Stawka) Großfürst Nikolai Nikolajewitsch wie auch der zuständige Heeresgruppenbefehlshaber der Nordwest-Front, General Nikolai Russkij, schätzten den deutschen Angriff in seinen Dimensionen anfangs falsch ein. Man hielt alles nur für lokale Angriffsoperationen, die auf die kleine Festung Ossowitz und die Garnisonsstadt Kauen (Kowno, Kaunas) zielten. Erst zwischen dem 11. und dem 14. Februar 1915 wurde den Russen der ganze Ernst der Lage klar. Dies war kein lokaler deutscher Angriff, sondern eine auf die Einkreisung der 10. Armee zielende Operation, wobei deren rechte Flanke bereits zerschlagen war.

Nunmehr bemühte man sich – wie bei Tannenberg – zu retten, was noch zu retten war. Doch der beschleunigte russische Rückzug glich oft genug einer panischen Flucht. Die Spuren dieser Flucht beschrieb Redern wie folgt:

Die Russen hatten, „als sie sich verloren sahen, die Säcke“ mit Militärproviant „von den Fahrzeugen heruntergerissen, sie aufgeschnitten und alles wahllos auf die mit tauendem Schnee bedeckte Straße verstreut. Bis an die Knöchel watete man in Zucker, Hafer, Tee und Röstbrot. Beim Anblick der Bagagewagen bekam man einen Einblick, wie die Russen in Ostpreußen gehaust hatten. Alles was nicht niet- und nagelfest war, hatten sie mitgehen heißen: Damenhüte mit großen Federn, Damenkleider und Blusen, Nähmaschinen, Grammophone, aus dem Rahmen geschnittene alte Bilder und Stiche, Geweihe und Gehörne, Kunstgegenstände aller Art, Schreibmaschinen …“

Zwei russischen Armeekorps gelang es unter großen Verlusten zu entkommen, ein weiteres war zerschlagen und das XX. Armeekorps unter General Pawel Bulgakow kapitulierte. Die russische Armee büßte knapp 60000 Tote und Verwundete, etwa 100000 Gefangene und 300 Geschütze ein. Die deutschen Verluste betrugen rund 16200 Mann. Der deutsche Sieg besaß eine ähnliche Dimension wie der von Tannenberg. Der Befehlshaber der 10. Armee wurde abgesetzt und in die Wüste, dass heißt als Truppenbefehlshaber nach Sibirien, geschickt. Dort beging er kurz darauf Selbstmord. Auch der Befehlshaber der Nordwest-Front erhielt den blauen Brief. Ihren für das Frühjahr 1915 geplanten Vorstoß nach Ostpreußen führte die russische Armee nicht mehr durch. Stattdessen wurde sie im Mai 1915 von einer weiteren deutschen Großoffensive, dem erfolgreichen Frontdurchbruch bei Görlitz und Tarnau in Galizien, überrascht und weit nach Osten zurück­gedrängt.

Mit der Zerschlagung der einst so siegesgewissen 10. Armee in den Wäldern von Augustów, knapp hinter der ostpreußischen Grenze begannen die großen russischen Niederlagen des Jahres 1915, die letztlich den russischen militärischen und politischen Zusammenbruch 1917 einleiteten. Deshalb stellte die Niederlage der 10. Armee für die Russen ein großes Trauma dar und gehörte im Zeit­raum zwischen den beiden Weltkriegen zum Standardlehrprogramm der sowjetischen Militärakademien.

Jürgen W. Schmidt   Preußische Allgemeine Zeitung Ausgabe 07/15 vom 14.02.2015

Nicht umsonst sprechen manche von der Winterschlacht bei Lyck und Augustów

Das Hauptkontingent des russischen Heeres lag in Lyck, das seit dem 7. November 1914 zum dritten Mal besetzt war. Der deutschen Heeresführung war die Massierung der Russen in Lyck bekannt. Am 11. Februar 2015 begann unter dem Befehlshaber der 8. Armee, General Otto von Below, der Angriff auf Lyck. Die Russen hatten um die Kreisstadt herum, begünstigt durch die vielen Landengen zwischen den Seen, einen Verteidigungsring aufgebaut. Es kam zu heftigen Kämpfen mit großen Verlusten auf beiden Seiten. Auch zwischen dem Großen Sawinda-See und dem Wos­zeller See war acht Kilometer nordwestlich von Lyck eine Verteidigungssperre aufgebaut. Die Russen verteidigten sich tapfer. Vom zwei Kilometer westlich der Verteidigungssperre liegenden Grabnick aus beobachtete am 14. Februar Kaiser Wilhelm II. mit einem Scherenfernrohr die Kämpfe.

Nach der Beendigung dieses Krieges wurde dort ein Soldatenfriedhof mit dem sogenannten Kaiserstein errichtet. Der Friedhof besteht heute noch. Anstelle des „Kaisersteines“ ziert heute ein schlichtes Holzkreuz die Stelle der Beobachtung durch den Kaiser. Im Übrigen gibt es im Kreis Lyck mit ungefähr 30 so viele Soldatenfriedhöfe wie sonst nirgendwo. Der bedeutendste unter ihnen ist wohl der Friedhof mit den drei Kreuzen bei Bartossen, das „Masurische Golgatha“.

Gleichzeitig mit dem Angriff auf Lyck gelang es den deutschen Kräften, Lyck weiträumig zu umgehen. Der linke Flügel unter dem Befehlshaber der 10. Armee, General Hermann von Eichhorn, marschierte aus der Gegend um Gumbinnen in Richtung Suwalki. Der rechte Flügel unter dem Befehlshaber des XXXX. Reservekorps, General Karl Litzmann, marschierte aus der Gegend von Johannisburg auf polnischem Gebiet nahe der Reichsgrenze über Grajewo und Rajgrod in Richtung Augustów. Hier trafen sich beide Einheiten, die Einkreisung war vollendet.

Als die Russen nach den verlorenen Kämpfen um Lyck sich nach Osten zurückziehen wollten, tappten sie in eine Falle und wurden vernichtend geschlagen.

Lyck wurde am 14. Februar endgültig befreit. Kaiser Wilhelm II. besuchte am 16. Februar das stark zerstörte Lyck. Als Dank für die Befreiung wurden in Lyck Straßen umbenannt beziehungsweise neu benannt. Aus der Hauptstraße wurde die Kaiser-Wilhelm-Straße, aus der Bahnhofstraße wurde die Hindenburgstraße. In der Siedlung Sperlingslust wurde eine Straße nach General Litzmann benannt. Die Ziegeleistraße wurde in Morgenstraße umbenannt. Generalleutnant Curt von Morgen war als Befehlshaber des zur 8. Armee gehörenden I. Reservekorps auch an der Befreiung Lycks beteiligt gewesen. Das gleiche gilt für den Befehlshaber der zum I. Reservekorps gehörenden 2. Division, General Adalbert von Falk. Eine Falkstraße gab es aber schon in Lyck, die war nach dem gleichnamigen Vater und Kultusminister benannt. Dafür wurde Falk junior ebenso wie sein Vater und Hindenburg Ehrenbürger von Lyck. Gerd Bandilla

Die Reichsgründung am 18. Januar 1871 des Deutschen Reiches


Die Reichsgründung am 18. Januar 1871 durch die Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser war der vorläufig abgeschlossene Prozeß zur Entstehung des Deutschen Reiches. Zeitgeschichtlich wurde es als das sogenannte Zweite Reich nach dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bezeichnet.

 

Deutschland – Deutsches Reich

 

Die Kaiserproklamation zu Versailles am Reichsgründungstag, 18. Januar 1871; nachdem Otto von Bismarck die Proklamation vollbrachte, tritt Großherzog Friedrich von Baden nach vorn und bittet Wilhelm, seinen Schwiegervater, ein Hoch auf ihn aussprechen zu dürfen. Wilhelm gewährt ihm den Wunsch, woraufhin der Großherzog der gespannt wartenden Versammlung im Spiegelsaal die Worte entgegenschmettert: „Seine Kaiserliche und Königliche Majestät, Kaiser Wilhelm, lebe hoch!“ Dieser Ausruf ist von größter Bedeutung, denn der Großherzog umgeht damit die Problematik des Kaisertitels, denn es gab Differenzen ob „Kaiser von Deutschland“, „Kaiser der Deutschen“ oder „Deutscher Kaiser“. Nach diesem Ausruf erschallt sechsmal ein donnerndes Hoch der Anwesenden. Gleich danach – die Fahnen undStandarten der deutschen Fürstentümer wehen über dem Haupt des neuen Kaisers – stimmen die Anwesenden das „Heil Dir im Siegerkranz“ an, das die Funktion einer Nationalhymne im Kaiserreich übernehmen wird.

 

Die Bekanntmachung der Proklamation