Tierschützer protestieren mit toten Kaninchen am Hamburger Jungfernstieg


Mitglieder der "SoKo Tierschutz" bei ihrem Protest gegen Tierversuche am Montag am Hamburger JungfernstiegMitglieder der "SoKo Tierschutz" bei ihrem Protest gegen Tierversuche am Montag am Hamburger Jungfernstieg
Mitglieder der „SoKo Tierschutz“ bei ihrem Protest gegen Tierversuche am Montag am Hamburger Jungfernstieg
Quelle: dpa/Daniel Bockwoldt
Einige Teilnehmer trugen Politiker- oder Tiermasken, andere hielten tote Kaninchen in den Händen: Mit drastischen Mitteln gingen Tierschützer in Hamburg auf die Straße. Ihre Forderung mussten sie jedoch modifizieren.

Tierschützer haben am Montag in Hamburg gegen Tierversuche demonstriert. Bei ihrem Protest am Jungfernstieg zeigten sie rund 20 getötete Kaninchen, die nach Angaben der Veranstalter aus einer Massentierzucht für Versuchstiere stammten. Die Mehrzahl der rund 100 Demonstranten hatte sich als Versuchstier mit Tiermaske verkleidet. Andere, dunkel gekleidete Teilnehmer, trugen Masken von Kanzlerin Angela Merkel, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (beide CDU), Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

Bei der Protestaktion trugen einige Mitglieder der "SoKo Tierschutz", die Hamburgs ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft sowie Tiere zeigen
Bei der Protestaktion trugen einige Mitglieder der „SoKo Tierschutz“, die Hamburgs ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft sowie Tiere zeigen
Quelle: dpa/Daniel Bockwoldt

Ursprünglich hatte die Gruppe um „Soko Tierschutz“-Vorstand Friedrich Mülln mit der Aktion die Schließung des Tierversuchslabors LPT fordern wollen. Doch am Freitag hatte die Gesundheitsbehörde der Firma bereits mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis entzogen, Tiere zu halten. Mülln erklärte nun, der Protest richte sich allgemein gegen Tierversuche. Er verwies auf eine angeblich starke Zunahme der Experimente in Hamburg.

Ende Januar war bekannt geworden, dass nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums die Zahl der Tierversuche in Hamburg im Jahr 2018 so stark wie in keinem anderen Bundesland gestiegen sei. Es seien 263.256 Tiere eingesetzt worden. Der Hamburger Senat hatte danach auf eine Kleine Anfrage der grünen Bürgerschaftsabgeordneten Christiane Blömeke erklärt, das Universitätsklinikum Eppendorf haben Zahlen falsch zugeordnet. 86.751 Mäuse und andere Nager hätten ausschließlich dem Erhalt von Kolonien genetisch veränderter Tiere gedient. Diese fehlerhafte Zuordnung mache rund 90 Prozent des Anstiegs aus.

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https://www.welt.de/regionales/hamburg/article205929329/Hamburg-Tierschuetzer-protestieren-mit-toten-Kaninchen-gegen-Tierversuche.html