Monika: ein gutes Problem…

Kann man ein Problem als ein „gutes Problem“ betiteln?

Es rührt mich zu Tränen, wenn ich näher darüber nachdenke. Im Fall unserer Monika ist der erste Grund dafür, daß Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Vielleicht berühren ihre Briefe aus dem Kerker deshalb so sehr mein Empfinden, weil sie so kraftvoll bemüht ist sich mit den „Deutschen“ in ihrer Sprache zu verständigen.

Der zweite Grund aber ist wohl der angenehmere! Und diesen möchte ich Ihnen hier näher umschreiben, indem ich Monika zu Wort kommen lasse.

Ich habe sogar ein sehr „gutes Problem“. Ich glaube ich komme nicht mehr ganz mit, an alle zurück zu schreiben. Nicht wegen Faulheit, sondern weil die Anzahl an Briefen hat sich gesteigert. Das ist ein schönes Problem und ich bin dankbar für jeden einzelnen Brief und Karte was mir zukommt.

Und außerdem ist es gut für die Wächter zu sehen, daß nicht jeder ist einverstanden damit, zum Beispiel mit Denk- und Sprachgesetze und daß ich hier einfach weg gesperrt bin!

[…] Apropos Briefmarken: die Menschen haben den Notruf gehört, daß ich dringend Briefmarken brauche und sie haben mit Liebe und Großzügigkeit darauf reagiert! Jetzt habe ich ganz viele Briefmarken, die mir lange Zeit ausreichen müssten. Ich hoffe daß ich hier raus komme bevor ich die Briefmarken alle verwendet habe. Bitte sag Bescheid, mit Briefmarken ein bißchen bremsen.

Ich möchte ganz ganz herzlich den Menschen allen danken für Briefmarken und all die lieben Gedanken und Gebete und ALLES.

Kann ein Mensch, der so herzlich aus einem Gefängnis schreibt, ein schlechter Mensch sein?

Wenn Sie vielleicht erst heute von Monika erfahren haben, diese Auszüge erst der erste Hinweis für Sie sind, daß hier ein Mensch in dem „freiesten Land auf deutschem Boden“ im Kerker eingesperrt ist weil er sich in einem Video bei seinen Eltern entschuldigt, dann erschrecken Sie nicht zu sehr.

Unsere Monika ist weder die erste, noch der Einzige, die in der BRD/Österreich in Gefangenschaft gehalten wird, obwohl es solche Dinge (lt. den Medien) nur in China, der Türkei oder in Rußland gibt. Menschen werden hier gefangen gehalten weil sie denken und sprechen – auf freiem Fuß werden die belassen, die Frauen vergewaltigen, Menschen verletzen und ermorden, oder Kinder zu Abartigkeiten mißbrauchen.

Die lieben Gedanken, Gebete, Wörter, Gemälde – es bewegt mich sehr. Es stärkt mich und unterstützt mich. […]

Wenn Du zufällig eine Frau von Steinfurt (Poststempel) mit 4 Kindern kennst, die „unsere Freundin“ ist, sag ihr,  ihre Briefe freuen mich so unglaublich viel. Sie macht Kunstschrift – man muss es sehen! Sie hat kein Absender und steckt so viel Zeit und Liebe in ihre Briefe – absolut selbstlos. Sie ist ein Held.

Und da sind andere auch die ähnliches machen, mit viel Liebe.

Ich sende meine Liebe zurück!

Und nun sind Sie dran.  Nun erst recht sind Sie aufgerufen noch mehr zu tun. Nun sollten alle anständigen Menschen mit ihren Freunden, Bekannten, Kollegen oder Nachbarn darüber sprechen, ob man einem Menschen in der Gefangenschaft – wohl wissend daß es sich bei ihm nicht um einen Verbrecher handelt – nicht einfach mal einige nette Worte schreibt. Sie können es anonym tun, oder zu ihrem Tun stehen, Hauptsache ist, Sie tun es!

Und auch wenn Monika jetzt schon sehr viele Briefmarken hat, werde ich in jeden Brief noch weitere legen. Egal in welcher Wertigkeit – denn leider habe auch ich bisher nur darauf Rücksicht genommen – Hauptsache Bunt und in allen Größen. Jede Farbe einer Marke, jedes bunte Bildsoll sie erfreuen. Jede dieser Briefmarken die nicht für Antwortbriefe benötigt wird, soll die Mauern der Schande, von denen Monika umgeben ist, bedecken.  Ein Kerker aus Briefmarken, als Zeichen des Widerstands der anständigen Menschen aus allen Völkern!

Jeder Brief geht durch die Hände „Jener“, die unsere Monika gefangen halten. Jeder Brief zeigt „Jenen“ sehr deutlich, daß die Willkürakte der herrschenden Regime nicht mehr geheim gehalten werden können. Und vielleicht regt es den ein oder anderen der willfährigen Helfer an, über seinen Schatten zu springen und sich den Herrschenden nicht mehr anzubiedern.

Schreiben Sie Monika:

Monika Schaefer
(JVA Stadlheim)
Schwarzenbergstr. 14
81549 München

Und vergessen Sie die bunten Briefmarken nicht.

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https://wir-sind-monika.com/

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