Großröhrsdorf: Statt 700 "Flüchtlinge" sollen nun 3.500 kommen

großröhsdorf

Am 01.09.2015 berichtete der MDR, dass in einer Halle des ehemaligen Solar-Herstellers Schüco an der Pulsnitzer Straße in Großröhrsdorf 700 Flüchtlinge unterkommen sollen. Nur wenige Tage später berichtete Alles-Lausitz.de, dass der Plan vom Tisch sei, da es angeblich zu keiner Einigung mit dem dem Eigentümer gekommen sei.

Heute erhielt ich einen Anruf eines Großröhrsdorfers, der mich darüber informierte, dass nun doch Flüchtlinge in beiden Hallen unterkommen sollen. Allerdings sollen keine 700 Flüchtlinge kommen, sondern es soll eine Erstunterkunft mit rund 3.500 Flüchtlingen entstehen!

In der Presse sucht man natürlich vergeblich nach Informationen, denn auch Bürgermeisterin Kerstin Ternes wurde erst am Montag über das Vorhaben informiert und wird heute Mittag auch die Bürger von Großröhrsdorf davon in Kenntnis setzen.

3.500 Flüchtlinge auf 6.600 Einwohner! Wie lange das wohl gut geht?

Der Anrufer erzählte außerdem, dass Großröhrsdorf nicht gerade mit Polizei gesegnet ist. Sollte es also in der geplanten Groß-Unterkunft zu Ausschreitungen kommen, wie vor kurzem in Suhl, müsste die Polizei aus den benachbarten Gemeinden herangezogen werden, wodurch wertvolle Zeit verloren gehen würde.

Die Meldung des MDR vom 01.09.2015:

Wie die Stadt mitteilte, wurden Bürgermeisterin Kerstin Ternes, der Stadtrat und der Ortspfarrer am Montag kurzfristig vom sächsischen Finanzminister Georg Unland über die Pläne informiert. Offenbar hatte sich der Minister in der Stadt befunden, um die entsprechenden Verträge mit Portatec zu unterschreiben. Die Stadt ließ verlauten, dass keiner der anwesenden Stadtvertreter mit der Entscheidung einverstanden gewesen sei. Die 6.600-Einwohner-Stadt habe nicht die nötige Infrastrruktur, um so viele Flüchtlinge zu versorgen.

Die Landesdirektion bestätigte dem MDR, dass die Entscheidung für die Erstaufnahme gefallen sei. Über Umfang und Zeitplan müsse man sich noch klar werden. Es müssten zum Beispiel noch Umbauten erfolgen.

Zur Vertragsunterzeichnung wollten sich die Sprecher von Landesdirektion und Finanzministterium nicht äußern.

Laut meines Kontaktes soll Schüco für die Vermietung der Hallen monatlich 110.000 Euro kassieren? Macht 1.320.000 Euro im Jahr. Nettes Geschäft…

Hier die beiden Hallen aus der Vogelperspektive (Google-Maps Screenshot), nebenan ein Netto, der sich ganz sicher auf die Ankunft der 3.500 Neubürger™ freuen wird?

großröhsdorf1

Artikel von Zirze am 10 September 2015, 1:54
http://www.zukunftskinder.org/?p=51961

Update: Soeben wurde ich darüber informiert, dass das geplante Groß-Asyl in Großröhrsdorf wohl doch nicht entstehen soll. Wir halten Sie aber auf dem laufenden, sollte es hier neue Informationen geben!

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